Kreis Düren: Ehrenmale und Gedenkstätten im Kreis: Martin Fröhlich führt Buch

Kreis Düren: Ehrenmale und Gedenkstätten im Kreis: Martin Fröhlich führt Buch

Wer wissen will, wo im Kreis Düren es welche Ehrenmale zu beiden Weltkriegen gibt oder gegeben hat und welche Gefallenen dort verzeichnet sind, ist bei Martin Fröhlich an der richtigen Adresse. „Ich führe Buch“, sagt der 26-Jährige, dessen in mehr als zehn Jahren zusammengetragene Dokumentation im Internet unter ehrenmale-kreis-dueren.de eingesehen werden kann.

Diese umfangreiche Fleißarbeit, die stetig weiter wächst, ist einem Zufall zu verdanken: Als Fröhlich, der auch dem Jülicher Geschichtsverein von 1923 angehört, mit der Familienforschung begann und die diversen Linien zurückverfolgte, wurde er auf einen Aufruf des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge aufmerksam, der eine Gräbersuche im Internet anbietet. Da sich der Volksbund inzwischen nur noch um Grabstätten im Ausland kümmert, wurde zudem ein Online-Projekt gestartet, um die lokalen Kriegerdenkmäler und Gräber zu erfassen.

Diese Gedenktafel zum Jülicher Landsturm Infanterie-Bataillon VIII 1914 bis 1918 ist in der Durchfahrt des Hexenturms eingelassen. Foto: Wolters

Von dieser Aufgabe fühlte sich Fröhlich fasziniert. So machte er sich daran, die Orte im Kreis Düren und im Altkreis Jülich abzuklappern, um in Kirchen, auf Friedhöfen oder Plätzen nach entsprechenden Denkmälern zu suchen und ihren Zustand fotografisch zu dokumentieren. Durch Gespräche mit Geschichtsvereinen und Personen vor Ort ergaben weitere Hinweise auf Ehrenmale, Gedenkstätten und Kriegsgräber, die von Fröhlich erfasst und online gestellt wurden.

So ist im Laufe der Jahre ein riesiger Fundus an Namen, Bildern und Informationen zusammengetragen worden, der seinesgleichen sucht. Zu einzelnen Personen, die in den Gefallenenlisten aufgeführt sind, hat der historisch interessierte junge Mann ein Foto ausfindig gemacht, das nun diesen Soldaten zeigt. Eine andere Quelle sind Totenzettel, die biografische Daten und andere Informationen enthalten, die ebenfalls den reinen Listeneintrag ergänzen.

Als eifriger Postkartensammler hat Fröhlich auch etliche Abbildung längst zerstörter oder abgebauter Denkmäler erlangt, die meist an exponierter Stelle standen. In Postkartenform gibt es zudem Nagelbilder. So diente beispielsweise eine Schulnagelung des Lyzeums in Jülich dazu, Geld für Witwen und Waisen zu sammeln. Bei dieser patriotischen Angelegenheit wurden die Nägel einzeln verkauft, die eingeschlagen am Ende das fertige Bild ergaben. Wer zu diesem Thema weitere Dokumente beisteuern kann, wird gebeten, sich mit Martin Fröhlich (Telefon 02461/ 347028) zu melden.

Seine Recherchen haben beispielsweise ergeben, dass in Jülich ein Kriegerdenkmal zum Ersten Weltkrieg an der ehemaligen Jesuitenkirche geplant war, aber nicht umgesetzt wurde. Bis heute erhalten ist eine Gedenktafel an prominentem Ort: Im Durchgang des Hexenturms erinnert das Relief an das Landsturm Infanterie-Batallion VIII Jülich, das offenbar von 1914 bis 1918 bestand. Das Ehrenmal der Landwirtschaftsschule Jülich ist auch erhalten, aber inzwischen nach Düren „umgezogen“.

Andreas Kitz aus Jülich, der ebenfalls dem Geschichtsverein angehört, beschäftigt sich speziell mit der Historie des Königlich-Preußischen Infanterie-Regiment 68 (RIR 68) aus den Kreisen Düren und Jülich im Ersten Weltkrieg. Da bislang keine Regimentsgeschichte nachzuweisen war, hat Kitz das Projekt begonnen, die Zusammensetzung und Geschichte des RIR 68 zu rekonstruieren. Nachfahren eines „68ers“ werden gebeten, mit Fotos, Militärpässen, Orden, Feldpostbriefen und -karten oder anderen Dokumenten das Projekt zu unterstützen. Wer hier unterstützen kann, wird gebeten, sich an Andreas Kitz (Telefon 02461/341128; E-Mail: Andreas-Kitz@t-online.de) zu wenden.

www.ehrenmale-kreis-dueren.de

Mehr von Aachener Nachrichten