Düren: Durch Gruppenzwang zum Nichtraucher

Düren: Durch Gruppenzwang zum Nichtraucher

Gruppendruck unter Jugendlichen kann auch seine positiven Seiten haben, etwa wenn die gesamte Klasse Druck auf den Einzelnen ausübt, nicht zu rauchen. Inwieweit das funktioniert ist jetzt an den Ergebnissen des Nichtraucherwettberbs der AOK „Be smart - Don´t start” zu sehen.

Für den Wettbewerb hatten sich 99 Schulklassen der Jahrgangsstufen 6 bis 8 angemeldet. 60 davon haben den Wettbewerb erfolgreich beendet und sind ein halbes Jahr rauchfrei geblieben.

Zehn Prozent der Schüler einer Klasse durften abweichen. Dabei standen nicht Verbote im Vordergrund, sondern es wurde auf Einsicht, Motivation und die Vermittlung von sachlicher Aufklärung gesetzt.

Umgekehrt heißt das aber auch, das in 39 von 99 Schulklassen mehr als zehn Prozent der Sechst- bis Achtklässler rauchen beziehungsweise geraucht haben.

Die ausgelosten Gewinner des Wettbewerbs sind die Schüler der Klasse 7d des Gymnasiums Zitadelle. Der 2. Preis geht an die Klasse 8a der Realschule Düren Nord.

Den 3. Platz belegt die 8a der Adolf-Kolping-Schule Nideggen. „Unsere Klassenlehrerin hat uns gereizt und motiviert. Auch der Druck der Klasse war gut”, berichtete Klassensprecher David Porschen (14) bei der Preisübergabe.

„Anti-Raucher-Spiel”

Innerhalb des Kreativwettbewerbs hatten die Schüler außerdem Gelegenheit, eigene Ideen zum Thema „Nichtrauchen” umzusetzen. Aus leeren Zigarettenschachteln hatte die Klasse 6a der Gemeinschaftshauptschule Inden ein aufklappbares Rauchermännchen mit schwarzer Raucherlunge gebastelt.

Außerdem entwarfen sie einen Fotoroman, Plakate und ein Verbotsschild. Dafür wählte sie eine Jury auf den ersten Platz.

Mit ihrem „Anti-Raucher-Spiel” landete die Klasse 6c der Gesamtschule Langerwehe auf dem 2. Platz.

Der 6b der Realschule Jülich war aufgefallen, dass Handys am Steuer verboten sind, Rauchen aber erlaubt ist. Mit diesem Widerspruch konfrontierten sie Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Verkehrsminister und die Gesundheitsministerin.

Für ihre Mühen erhielten sie den 3. Platz. „Uns haben in der Jury ganz schön die Köpfe geraucht, die Gewinner auszuwählen war nicht leicht”, sagte Waldemar Radtke, Regionaldirektor Düren-Jülich der AOK.

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