Heinsberg-Kempen: Drei Stunden Comedy: Marc Metzger ist begeistert von Kempen

Heinsberg-Kempen: Drei Stunden Comedy: Marc Metzger ist begeistert von Kempen

Ausverkauft! Und das bereits zum fünften Mal hintereinander. Da konnten die St. Katharina - St. Josef - Schützenbruderschaft Rurkempen und die Karnevalsgesellschaft „Kemper Gröne” mit Recht stolz sein, schon vor Beginn ihres auch in diesem Jahr gemeinsam organisierten Comedy-Abends in der Bürgerhalle.

So aufwendig wie in diesem Jahr waren allerdings Auf- und Abbau für die vielen Ehrenamtler aus beiden Vereinen noch nie, rückte doch Marc Metzger als „Dä Blötschkopp” und aktueller Star am Kölner Karnevalshimmel nicht ganz alleine an. Die Mitglieder der beiden Kempener Vereine packten tatkräftig mit an und investierten mehr als 80 Stunden, um Metzgers aktuelles Soloprogramm als „Rampensau” in Szene zu setzen.

So war der Comedy-Star auch schon vor seinem Auftritt in Kempen restlos begeistert. „Dass wir von Vereinen verpflichtet werden, ist äußerst selten”, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das ist einfach etwas anderes, viel persönlicher. Und es kümmern sich alle so nett hier!”

Mit seinem aktuellen Soloprogramm strapazierte Metzger in der Kempener Bürgerhalle die Lachmuskeln der mehr als 300 Gäste des Comedy-Abends. Immer wieder brachte er viel Lokalkolorit in seinem Vortrag unter. „Der Ort hier ist offroad”, beschrieb er seinen Blick auf das Navigationssystem kurz vor seiner Ankunft in Kempen. Er sei als erster vor Ort gewesen. Die anderen habe er dann angerufen mit dem Hinweis, nicht zu spät zu bremsen. „Sonst seid ihr in Holland!”, so Metzger.

Auch aus noch so kleinen Details, die er in der Halle entdeckte, konstruierte er neben den Berichten aus seinem Leben als Büttenredner im Kölner Karneval den Witz, der ihm mit herzlichem Lachen gedankt wurde. Noch mehr Vielfalt brachte Metzger in sein Programm, in dem er auch Anregungen aus dem Publikum aufgriff. Die Bemerkung eines Zuschauers, der gleich neben der Kempener Bürgerhalle erhaltene Chorraum der ehemaligen Kempener Kirche sei doch so etwas wie „ein Viertel Dömchen” zog sich dann fast wie ein roter Faden durchs Kempener Programm.

Die fast drei Stunden vergingen fast wie im Flug. Seine kölschen Songs, teilweise mit viel Tiefgang, und der Auftritt mit Metzgermeister Anton Frese aus Berlin als Handpuppe begeisterten sein Publikum ebenso wie seine Dialoge mit den drei beteiligten Musikern an Keyboard, Trommeln und mit Gitarren, mit dem fiktiven Reporter hinter der Bühne oder wie die Extrabeleuchtung immer dann, wenn er das Wort „Dom” aussprach.

Metzgers Begeisterung in Kempen hielt bis zum Schluss, als er sich mit dem Wunsch verabschiedete, mit seinem neuen Soloprogramm über die „Wechseljahre einer Wasserwaage” wiederkehren zu dürfen. „Super. Einfach grandios!”, lautete danach die Kritik aus dem berufenen Munde von Helmut Schröders, der in der Region als „der singende Wirt” seine Fans hat und sich unters Publikum gemischt hatte. Der Kölner Kollege bringe neuen Schwung und „entstaubt” all das, was man so landläufig mit Vorträgen zu Karneval verbinde.