Fünf Jahre in der DigitalChurch: DigitalHub als Taktgeber für eine innovative Region

Fünf Jahre in der DigitalChurch : DigitalHub als Taktgeber für eine innovative Region

Der DigitalHub Aachen wird fünf Jahre jung. Das Digitalisierungszentrum bringt Start-ups und Mittelstand zusammen und nach vorne. Ein Innovationstreiber mit großen Plänen.

Es ist tatsächlich schon fünf Jahre her, als Aachen so richtig digital wurde. Es war nicht mehr zu übersehen: Aus der Elisabethkirche an der Jülicher Straße wurde die DigitalChurch. Ein starkes Bündnis aus Mittelstand, Industrie, Hochschulen, Institutionen und IT-Pionieren brachten den DigitalHub an den Start. Coworking im ehemaligen Kirchenschiff, Digitalisierung als Innovationstreiber einer starken Region – das sorgte für bundesweite Schlagzeilen und TV-Minuten.

Heute, fünf Jahre später, ziehen die Digital-Pioniere vom Aachener Hub ihr Zwischenfazit, und das fällt rundum positiv aus. Aus Düsseldorf ist vom zuständigen NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation und Digitalisierung Abteilungsleiter Johannes Velling angereist. Er schwärmt in der Feierstunde geradezu vom Aachener DigitalHub: „Schon der Ort, die Church, ist besonders, ein Markenzeichen“, sagt er. Und die Konstellation in Aachen, die von Anfang an durch die – auch finanziell – starke Beteiligung des Mittelstands, der engagierten und innovationsinteressierten Unternehmerschaft geprägt sei, stehe im Verbund der fünf NRW-Hubs bestens da.

Kurz vor der schwarz-grünen Regierungsbildung in der kommenden Woche will Velling nicht zu viel verraten, und verrät es dann doch kaum verklausuliert: Um eine dritte Förderphase durch das Land von 2022 bis 2025 müsse sich „niemand im DigitalHub Aachen Sorgen machen“.

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Die Geschichte des DigitalHubs Aachen als Innovationstreiber in der Region ist mit den soeben vollendeten fünf Jahren noch jung. Aber die Ergebnisse lassen sich sehen. Die Vorstände des Hubs, Oliver Grün, Malte Brettel und Michael F. Bayer, bilanzieren Meilensteine des Wirkens, das nicht nur neue Start-ups auf den Weg gebracht, sondern auch dem Mittelstand zahlreiche Digitalisierungsimpulse gegeben hat.

Die Geschäftsführerin Iris Wilhelmi, ausgerechnet zum Feiertag krankheitsbedingt ausgebootet, erzählt später am Telefon, was sie so nachhaltig an ihrem DigitalHub beeindruckt: „Das Miteinander ist einzigartig. Die Offenheit, die Kooperationsbereitschaft und der Gemeinschaftsgeist an diesem perfekten Ort kennzeichnen unsere Arbeit und machen den Erfolg möglich.“

 Gruppenbild und Applaus: Der DigitalHub Aachen besteht seit fünf Jahren. Am 7. Juli 2017 eröffnete er in der DigitalChurch (einst St. Elisabeth) an der Jülicher Straße das erste Coworking in einem Kirchenschiff. Der Hub ist als Entstehungsort neuartiger digitaler Geschäftsmodelle konzipiert.
Gruppenbild und Applaus: Der DigitalHub Aachen besteht seit fünf Jahren. Am 7. Juli 2017 eröffnete er in der DigitalChurch (einst St. Elisabeth) an der Jülicher Straße das erste Coworking in einem Kirchenschiff. Der Hub ist als Entstehungsort neuartiger digitaler Geschäftsmodelle konzipiert. Foto: MHA/Bernd Büttgens

Anfangs, so erzählt sie, habe sie gedacht, wie schön das doch sei, dass Start-ups über den Hub barrierefreien Zugang zum Mittelstand bekommen. Schnell sei aber klargeworden, dass auch der umgekehrte Weg wertvoll war. „Hier prallen Kulturen und unterschiedliche Herausforderungen aufeinander“, sagt Wilhelmi. „Um neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, brauchte es mehr, als nur Methodenkompetenz zu vermitteln, Impulse für neue Ideen zu geben und Unternehmen dann mit passenden Lösungsanbietern zu matchen. Wir haben neue Formate entwickelt, unablässig, und heute sind wir nicht nur Matchmaker, sondern auch echte Brückenbauer.“ Das gut eingespielte, über 30-köpfige Team wird an diesem Morgen von allen Seiten gelobt.

Beeindruckende Zahlen sprechen für sich: Bei 680 Events des DigitalHubs beteiligten sich rund 26.500 Teilnehmende, 1020 Workshops hat es gegeben, 20.000 Stunden waren die Meeting-Räume belegt, 390 Mitglieder kamen seit der Gründung, die von 120 Mitgliedern bereits angestoßen wurde, hinzu. 72 Millionen Euro an Funding-Geldern haben die Start-ups erhalten, 88 Mal gab es das Gründerstipendium NRW – und auch das: Rund 100.000 Tassen Kaffee wurden in der Church getrunken.

„Vor fünf Jahren haben wir den DigitalHub mit der Vision eröffnet, Aachen auf die digitale Landkarte zu bringen“, sagt Vorstandsvorsitzender Oliver Grün, CEO der Grün Software Group, über ein Konzept, das voll aufgegangen sei.

Vorstandskollege und Prorektor der RWTH Aachen, Malte Brettel, ergänzt: „Mit der Gründung haben wir einen Baustein für die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen in unserem florierenden Start-up-Ökosystem der Aachen Area gelegt. Wir bieten heute mit vielen Partnern und einem eng verzahnten Programm die perfekten Startbedingungen für Gründerinnen und Gründer in der Aachener Region.“

Die unschlagbare Stärke des DigitalHubs, so Vorstand Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, liege in der ursprünglichen Konstellation: „Der Hub entstand aus den Reihen mittelständischer Unternehmen, etablierter IT-Pioniere und interessierter Newcomer der regionalen Start-up-Szene. Im Verbund aus regionaler Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist es gelungen, Aachen in Sachen Digitalisierung im Laufe der zurückliegenden Jahre einen guten Schritt nach vorne zu bringen.“

Viele Meilensteine der zurückliegenden fünf Jahre hat der DigitalHub in einer Broschüre – traditionell gedruckt – nun vorgestellt. Der Blick ist nach vorne gerichtet: Die Hoffnung ruht auf der bereits in Aussicht gestellten dritten Förderungsstufe bis 2025 durch das Land NRW. Der Fokus richtet sich auf Nachhaltigkeitsthemen und den Aufbau einer New Business Factory.