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Hamburg: Weltraum-Strategen und eine rabiate Bombenräumerin: Neue PC-Spiele

Hamburg : Weltraum-Strategen und eine rabiate Bombenräumerin: Neue PC-Spiele

Gleich zwei Neuerscheinungen locken digitale Feldherren an die Maus. Es müssen Weltraumflotten befehligt werden. Freunde eher rauer Damen rüpeln sich mit Shelly „Bombshell” Harrison von Planet zu Planet. Ernst und ergreifend wird es bei „That Dragon, Cancer”.

Würfel um Würfel durch die unheimlichen Weiten des Alls: Der Rundenstrategie-Titel „Tharsis” nimmt den Spieler mit auf eine Reise zum Mars. Wie schon in Publisher Choice Visions früherem Ableger „Laserlife” erforscht der Spieler als Astronaut ein geheimnisvolles Signal vom Roten Planeten. Dort angekommen sieht die Crew sich mit allerhand Gefahren konfrontiert und der Kampf ums Überleben beginnt.

Nun muss der Spieler entscheiden: Essen verteilen oder Schaden beheben? Forschungsprojekte anstoßen oder die Kollegen zufriedenstellen? Gar nicht so einfach. Der optisch einfach gestrickte Titel gewinnt auch technisch keinen Blumentopf, kann aber mit Spieldichte überzeugen. Für rund 15 Euro ist „Tharsis” bei Steam erhältlich. Die Altersfreigabe liegt bei zwölf Jahren.

Ein karger Wüstenplanet mit einem mächtigen Schatz in seinem Inneren, um dessen Besitz verschiedene Mächte kämpfen. Was nach Frank Herberts „Dune” klingt, ist das Setting für den dritten Ableger der „Homeworld”-Serie.

Der Echtzeitstrategie-Titel „Homeworld: Deserts of Kharak” ist ein Prolog der vorherigen Teile. Tief in der Wüste schlummert ein technologisches Geheimnis. Auf der Suche nach einer Rettung für die Bewohner eines sterbenden Planeten muss der Spieler eine Expedition in feindliches Gebiet leiten. Es gilt, ein sagenhaftes Artefakt zu bergen. Die Spielgrafik sieht auf den ersten Blick sehr schlicht und aufgeräumt aus und erinnert ein bisschen an „Planetary Annihilation”.

Außer den leichten Wüsten-Einheiten wie den Hummer-Buggys kommen auch massive, flache Panzer und Kampfbomber zum Einsatz. Neben dem Einzelspieler-Modus mit 13 Missionen gibt es einen Online-Mehrspielermodus. Bei Steam kostet „Homeworld: Deserts of Kharak” rund 46 Euro.

Ähnlich futuristisch aber mit mehr nackter Haut kommt „Bombshell” daher. Das Action-Rollenspiel von Publisher 3D Realms ist kein Wunschkind, sollte einst „Duke Nukem: Mass Destruction” heißen und ein reinrassiger Top-Down-Shooter werden.

Stattdessen randaliert nun eine drahtige Steampunk-Söldnerin namens Shelly „Bombshell” Harrison über vier Planeten. Die ehemalige Kampfmittelräumerin hat bei einem Einsatz ihren rechten Arm verloren. Stattdessen trägt sie einen kräftigen bionischen Ersatz.

Ihr Auftrag: Den Präsidenten und ihr Volk vor blutrünstigen Aliens beschützen. Dabei kann Duke Nukems kleine Schwester im Geiste ihren künstlichen Arm mit zehn kraftvollen Waffensystemen upgraden. Die Gegenspieler kann sie fiesen Mortal-Kombat-ähnlichen Finish Moves in die Hölle schicken.

„Bombshell” verbindet die Action eines Shooters mit dem Köpfchen-Faktor eines Rollenspiels. Erfahrungspunkte-System und Neben-Missionen inklusive. Der neueste Streich von 3D Realms ist so brutal wie verstörend bunt. Die Altersfreigabe ab 16 ist somit nur folgerichtig. Der Titel ist zwar über diverse Download-Portale für rund 33 Euro erhältlich, muss aber bei Steam aktiviert werden.

Munter meucheln in Indien: Nach „Assassins Creed Chronicles: China” erscheint nun „Assassins Creed Chronicles: India”, die vorletzte von insgesamt drei Episoden. Das Spin-Off hat mit der Hauptreihe nicht viel zu tun, verspricht aber spannende Sidescroller-Action. Die farbenfrohe Episode führt den Kapuzenträger Arbaaz Mir nach Indien - er muss einen kostbaren Diamanten stehlen. Klar dass die Lieblingsfeinde aus dem Templer-Geheimbund den Diebstahl zu verhindern versuchen.

Das Spielprinzip von „Assassins Creed Chronicles: India” ist genauso spannend wie das des großen Bruders, wobei der Fokus eher auf dem Schleichen liegt. So bekommt der Spieler den Sichtbereich der Wachen optisch angezeigt. Auch Verstecke gibt es, die ebenfalls hervorgehoben werden. Das Spiel ist ein reiner Download-Titel und für rund zehn Euro auf diversen Download-Portalen erhältlich. Die Altersfreigabe liegt bei 16 Jahren.

Mit dem autobiografischen „That Dragon, Cancer” erscheint schon jetzt einer der traurigsten Titel dieses Jahres. Das Adventure erzählt die Geschichte eines krebskranken Kindes. Nicht irgendeines - es geht um das Kind des Spielentwicklers Ryan Green. Zusammen mit seiner Frau verarbeitet er die Ohnmacht und Trauer nach dessen Tod.

Das durch Crowdfunding finanzierte Spiel ist kein Puzzle-Adventure, sondern eine interaktive Hommage. Es soll auf spielerische Weise an die Macht von Krebs und den Kampf der Angehörigen gegen die Ohnmacht heranführen. Für 15 Euro ist das ergreifende Spiel bei Steam erhältlich.

(dpa)