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Berlin: Weihnachtseinkauf im Sitzen: Immer mehr bestellen im Internet

Berlin : Weihnachtseinkauf im Sitzen: Immer mehr bestellen im Internet

Kurz vor Weihnachten wird es eng in deutschen Kaufhäusern. Während viele Kunden mit vollen Tüten von Shop zu Shop hetzen, erledigen immer mehr Bundesbürger ihre Einkäufe bequem von zu Hause aus - per Mausklick.

Viele Menschen wollen in diesem Jahr ihre Weihnachtsgeschenke im Internet kaufen. Einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa und des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zufolge planen 10,5 Millionen Menschen einen Kauf im World Wide Web.

Mehr als zwei Millionen Bundesbürger haben Bitkom zufolge bereits online ihre Weihnachtsgeschenke eingekauft. „Ein Vorteil ist die Bequemlichkeit”, sagt Florian Koch, Bereichsleiter für digitale Medien und E-Dienste bei Bitkom. Die Kunden könnten das maximale Angebot von zu Hause aus überblicken und bekommen die Ware per Post zugestellt.

Vor allem junge Erwachsene orderten ihre Weihnachtsgeschenke im Netz. In der Altersgruppe zwischen 18 und 44 Jahren habe jeder Vierte entsprechende Pläne oder bereits Präsente für Weihnachten bestellt. Dagegen wollten nur zwei Prozent der Senioren ab 60 Jahren im World Wide Web kaufen. Geringer seien die Unterschiede nach Geschlechtern. 18 Prozent der Männer nutzten das Internet für Einkäufe. Bei den Frauen seien es 13 Prozent.

Das Weihnachtsgeschäft im Internet gewinnt für deutsche Einzelhändler immer stärker an Bedeutung. „Die Tendenz ist seit Jahren steigend”, sagt Olaf Roik, E-Commerce-Experte vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Besonders gerne werden von den Online-Käufern Bücher, CDs und DVDs, Elektronik sowie Bekleidung verschenkt. „Der Einzelhandel wird in den Weihnachtsmonaten November und Dezember insgesamt etwa fünf Milliarden Euro online umsetzen”, prognostiziert Roik. Insgesamt erwarte er einen Jahresumsatz beim Internethandel von voraussichtlich 20 Milliarden Euro.

Der Online-Versandhändler Amazon.de hat auf die gestiegene Nachfrage reagiert. Das Unternehmen stellt in der Vorweihnachtszeit zusätzliche Saisonkräfte ein, um alle Bestellungen zu bewältigen. „Bei Amazon.de wurden am Rekordtag des vergangenen Jahres über 880 000 Produkte bestellt”, sagt eine Unternehmenssprecherin. Das seien mehr als zehn Artikel pro Sekunde gewesen.

Auch Schnäppchenjäger finden im Internet optimale Bedingungen. „Preise lassen sich leichter vergleichen und bestimmte Produkte wie High-Tech-Artikel sind oft günstiger”, sagt Florian Koch von Bitkom. Allerdings gebe es nicht die Kaufberatung wie in klassischen Läden. Falls die gelieferte Ware die Erwartungen nicht erfüllt, kann sie problemlos zurückgeschickt werden. „Innerhalb von 14 Tagen kann aus dem Internet bestellte Ware zurückgegeben werden”, sagt Bernd Ruschinzik von der Verbraucherzentrale Berlin. Dann müsse der Kaufpreis nach dem Widerrufsrecht erstattet werden.

Die Anbieter von Internetshops buhlen in der Vorweihnachtszeit mit originellen Ideen um ihre Kunden. „Wir lassen uns zu Weihnachten viel einfallen”, sagt die Geschäftsführerin des Internetshops Dawanda.de, Claudia Helming. Im November und Dezember verzeichnet die Plattform für Kunsthandwerk doppelt so hohe Umsätze wie in den anderen Monaten des Jahres. Für unkreative Kunden sei beispielsweise ein sogenannter Klischee-o-mat eingerichtet worden. Per Mausklick kann der Kunde eine langweilige Geschenkidee in eine hippe Kostbarkeit verwandeln und das Produkt gleich in den Warenkorb befördern.