Volontärin Caroline Niehus berichtet von ihrem Urlaub ohne Smartphone

Die digitale Welt : Einfach mal das Handy ausschalten

Wann hat Ihr Handyakku zum letzten Mal eine ganze Woche gehalten? Ich gebe offen zu: Ich kann mich nicht erinnern. Fast würde ich behaupten, dass ich das selbst in Zeiten des Motorola-Klapphandys nicht geschafft habe. Zuletzt allerdings war ich eine Woche mit dem Kanu in Schweden unterwegs.

Dort sind erstaunlicherweise keine Steckdosen in den Baumstämmen zu finden. Deshalb hatte ich mir bereits in Deutschland vorgenommen, das Handy so wenig wie möglich zu nutzen.

Und siehe da: Bis auf die tägliche Meldung bei meinen Eltern, dass ich noch nicht vom Bären gefressen wurde, habe ich mein Smartphone – und alle damit einhergehenden Möglichkeiten – so gut wie gar nicht genutzt. Okay, ein Urlaubsfoto der herrlichen Natur auf Instagram durfte nicht fehlen. Das gebe ich zu. Aber abgesehen davon habe ich meine Zeit lieber mit einem guten Buch in der Hängematte verbracht und beim Schwimmen im See die Sonne genossen. Ich hatte von Beginn an nicht das Bedürfnis, die neuesten Storys meiner Lieblings-Influencer anzuschauen. Obwohl sie nur 24 Stunden verfügbar sind und ich so ja theoretisch etwas verpasst habe.

Das war mir aber tatsächlich ziemlich schnell egal. Der Rückzug aus der digitalen Welt und den Sozialen Netzwerken hat wirklich gut getan. Ich hatte nicht immer den unbewussten Druck, möglichst alles mitzubekommen. Immer den neuesten Klatsch und Tratsch zu erfahren. Jedes lustige Foto meiner Freunde anzuschauen. Einfach nur den Moment zu genießen und vor allem die reale Welt um mich herum umso bewusster wahrzunehmen, war eine wunderbare Erfahrung. Leider gönnt man sich das im Alltag viel zu selten.

Auf der langen Busfahrt nach Hause habe natürlich auch ich wieder zu meinem Handy gegriffen, vorrangig aus Langeweile. Die Auszeit im Urlaub hat mir aber gezeigt: Es ist eigentlich gar nicht so schwierig, mal die Finger vom Telefon zu lassen. Diese Erkenntnis möchte ich künftig auch auf meinen Alltag anwenden. Eine Woche wie in Schweden wird mein Akku zwar trotzdem nicht durchhalten. Vielleicht reicht es aber immerhin für mehr als einen Tag.

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