1. Digital

Dortmund/Hamburg: Visitenkarten aus dem eigenen PC: Nicht zu kreativ werden

Dortmund/Hamburg : Visitenkarten aus dem eigenen PC: Nicht zu kreativ werden

Neue Bekanntschaften ergeben sich ständig. Beruflich und privat gibt es immer wieder Situationen, in denen es sich anbietet, seine Kontaktdaten in kompakter Form zu hinterlassen.

Unternehmen und Firmen fertigen meist einheitlich gestaltete Visitenkarten für ihre Mitarbeiter an. Privat scheinen sich größere Druckmengen und die damit verbundenen Kosten aber oft nicht zu lohnen. Eine günstigere Alternative dazu liefert unter Umständen der eigene PC. Denn mittlerweile gibt es zahlreiche Programme, die bei der Gestaltung von Visitenkarten helfen.

Büroartikel- und Softwarehersteller wie Sigel, Avery Zweckform und Data Becker bieten dazu spezielle Komplettsets an: Sie enthalten die Gestaltungssoftware mit fertigen Druckbögen, aus denen die vorgestanzten Visitenkarten nur noch herausgedrückt werden müssen. Mit den einfach aufgebauten Programmen lassen sich Schriften und Grafiken miteinander kombinieren. Anschließend wird die am PC gestaltete Visitenkarte auf dem vorgefertigten Papier ausgedruckt.

„Für Laien, die nur selten Karten benötigen, können diese Programme durchaus eine gute Hilfe sein”, sagt Daniel Bürger. Der freie Grafikdesigner aus Dortmund warnt aber davor, der Kreativität grenzenlosen Lauf zu lassen: „Auf bunte Cliparts oder pixelige Fotos sollte man besser verzichten.” Durch diese Elemente wirkten die Karten schnell unseriös.

Stattdessen empfiehlt der Grafikdesigner, bei der Gestaltung auf einfarbige Flächen oder Linien zu setzen, die an passender Stelle platziert werden. „Die Karte muss am Ende einen strukturierten Aufbau haben und gut lesbar sein.” Hobbygrafiker sollten sich in den Schriftendatenbanken für eine Art entscheiden.

Auch Christian Ulrich, freier Grafiker aus Hamburg, rät von den „vielen bunten Möglichkeiten” ab, zu denen die Softwareprogramme verleiten. „Bevor man sich an den PC setzt, sollte man seine Karte schon mal im Kopf gestalten.” Dazu sei es sinnvoll, sich selbst drei Fragen zu stellen: Wem soll die Karte überreicht werden? Was soll sie aussagen, und welchen Eindruck soll sie hinterlassen? Erst danach werden Farben, Schriftart und eventuelle Grafikelemente ausgewählt.

Prinzipiell leisten die schrittweise aufgebauten Softwareangebote eine gute Hilfestellung. „Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass jeder Zugriff auf diese Fertigvorlagen hat”, sagt Ulrich. Wirklich individuell fielen die Karten in der Regel nicht aus.

„Für mittelständische Unternehmen und Großbetriebe sind professionell gestaltete Visitenkarten obligatorisch”, sagt Angelika Bartschat vom Bundesverband Sekretariat und Büromanagement in Bremen. Für Kleinunternehmer und Freiberufler komme das aus finanziellen und mengenbezogenen Gründen oft nicht infrage. „Da bieten sich die Hard- und Softwareangebote von Büroartikelherstellern durchaus an”, sagt Bartschat. Klarheit und Struktur der Karte sollten Privatanwender dabei ebenso wenig aus den Augen verlieren wie Freiberufler.

Neben Programmen, die explizit als Visitenkartensoftware oder Buisiness Card Designer gekennzeichnet sind, gibt es auch sogenannte Vektorzeichenprogramme oder DTP-Software. Mit ihnen lassen sich zu Hause individuellere Karten gestalten. Die Programme können im Internet teilweise sogar kostenlos heruntergeladen werden.

Peter König von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift „ct” empfiehlt die beiden Freewareprogramme Scribus und Inkscape. Dabei müssen Kartengröße, Schrift und eventuelle Grafik zwar selbstständig auf dem Papierbogen angeordnet werden, was aber laut König nicht schwer ist.