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Berlin: Tinte oder Laser? Die Wahl des Druckers hängt von der Nutzung ab

Berlin : Tinte oder Laser? Die Wahl des Druckers hängt von der Nutzung ab

Beim Kauf eines neuen Druckers fällt vielen Verbrauchern die Orientierung schwer. Ob Tintenstrahl-, Laser-Drucker oder Multifunktionsgerät - der Handel bietet mehrere Varianten mit unterschiedlichen technischen Eckdaten und einer entsprechend weiten Preisspanne.

„Die individuellen Bedürfnisse sollten beim Kauf eines neuen Druckers maßgeblich sein”, rät Henning Withöft von der „Stiftung Warentest” in Berlin. Wer viel druckt, habe schließlich andere Ansprüche an den Drucker als jemand, der ihn nur selten nutzt.

„Tintenstrahldrucker eignen sich für Privatanwender mit normalem bis niedrigem Druckaufkommen, die sowohl Schwarzweiß als auch in Farbe drucken möchten”, sagt Tim Gerber von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift „ct”. Tintenstrahler seien die vielseitigsten Geräte: „Die meisten können vom CD-Cover bis zum Fotopapier die verschiedensten Medien bedrucken - in Farbe und in Schwarzweiß.” Weitere Vorteile seien der günstige Anschaffungspreis sowie die geringe Größe und das niedrige Gewicht.

Abstriche müssen Nutzer bei der Druckgeschwindigkeit und beim Seitenpreis machen - im Vergleich zu Laserdruckern hätten Tintenstrahldrucker in diesen Punkten das Nachsehen. „Weiter sind die Verbrauchsmaterialien wie etwa Tintenpatronen und Druckköpfe bei Tintenstrahldruckern oft sehr teuer”, sagt Henning Withöft. Daher sollten beim Kauf neben den Anschaffungskosten auch die Preise für das Zubehör verglichen werden.

Generell habe sich das Preisniveau der verschiedenen Druckertinten jedoch angeglichen. Noch vor wenigen Jahren habe es zwischen den billigsten und den teuersten Anbietern von Tintenpatronen große Preisunterschiede gegeben. „Diese Klammer geht heute nicht mehr so weit auseinander”, erklärt Withöft. Bei Patronen mit integriertem Druckkopf könne Geld gespart werden. „Beim Wechsel der Patrone wird gleichzeitig der Druckkopf ausgetauscht. Falls Tinte bei mehrwöchigem Stillstand eintrocknet, entfallen die Kosten für einen Neukauf.”

Laserdrucker lohnen sich vor allem für Vieldrucker - etwa im Bürobetrieb. „Sie bieten meist ein großes Papierfach und sind auf ein hohes Druckaufkommen ausgelegt”, erklärt Tim Gerber von der „ct”. Die Verbrauchskosten seien verhältnismäßig gering und die Ausdrucke scharf und haltbar, die Geräte in der Regel leise und schnell. „Außerdem kann keine Tinte eintrocknen, und eine Reinigung oder ein Austausch der Druckköpfe ist nicht notwendig.” Statt des Patronenwechsels wird je nach Druckaufkommen jedoch die Anschaffung einer neuen Tonerkartusche fällig.

Nachteile seien der im Vergleich zu Tintenstrahldruckern hohe Anschaffungspreis, die platzraubenden Ausmaße der Geräte sowie das hohe Gewicht. „Wer keinen teuren Farblaserdrucker besitzt, muss außerdem auf Ausdrucke in Farbe verzichten”, so der Experte. Zwar seien die Anschaffungskosten von Laserdruckern deutlich gesunken, sagt Gerber. „Von Billiggeräten aus Discountern kann ich jedoch nur abraten. Sie sind häufig von schlechter Qualität.”

Eine andere Lösung bieten sogenannte Kombi-Geräte. Das sind Tintenstrahldrucker, Scanner und Kopierer in einem. Die Multifunktionsgeräte seien meist günstiger als der Kauf vergleichbarer Einzelgeräte und lohnten sich vor allem für Nutzer mit wenig Platz und normalem Druckaufkommen. „Ein Problem ergibt sich, wenn eine Funktion ausfällt. Die verbleibenden Funktionen lassen sich in der Regel dann ebenfalls nicht mehr nutzen”, sagt Henning Withöft.

Beim Vergleich der Betriebskosten sollte auch auf den Stromverbrauch geachtet werden. Hier unterscheiden sich Tintenstrahl- und Laserdrucker laut Stiftung Warentest deutlich. Einem Test der von der Stiftung in Berlin herausgegebenen Zeitschrift „test” (Ausgabe 4/2008) zufolge benötigen Tintenstrahldrucker sowohl im Betrieb als auch im Standby-Modus weniger Strom als Laserdrucker. Verglichen wurden sieben Tintenstrahl-, fünf Schwarzweiß-Laser- und vier Farblaserdrucker im Hinblick auf Druckeigenschaften, Kosten, Umweltverträglichkeit, Vielseitigkeit und Handhabung.

Je mehr Funktionen der Drucker bietet, desto wichtiger ist die Bedienung. „Hinsichtlich der Bedienkonzepte gibt es im mittleren Preissegment keine wesentlichen Mängel”, sagt Henning Withöft. Wichtig sei hier vor allem, den Drucker bei der ersten Inbetriebnahme nach Vorschrift anzuschließen. „Die Bedienung der Basisfunktionen sollte ohne die Lektüre dicker Handbücher intuitiv möglich sein und der Drucker in wenigen Schritten in Betrieb genommen werden können”, sagt Jaroslav Smycek von der Verbrauchzentrale Niedersachsen in Hannover. Dies sei vor allem bei Kombi-Geräten wichtig. „Viele Nutzer lassen sich von den dicken Handbüchern oder den Bedienungsanleitungen auf CD-ROM abschrecken. Sie landen häufig als erstes in der Ecke.”