Berlin: Studie: Internet kann keine persönlichen Gespräche ersetzen

Berlin: Studie: Internet kann keine persönlichen Gespräche ersetzen

Trotz der rasant ansteigenden Nutzung sozialer Plattformen im Internet unterscheiden User einer Studie zufolge zwischen den Inhalten ihrer Kommunikation im Netz.

Zu diesem Ergebnis kommt die am Mittwoch in Berlin vorgestellte Studie „Gesprächskultur 2.0 - Wie die digitale Welt unser Kommunikationsverhalten verändert” vom Institut für Demoskopie Allensbach. Danach tauschen sich 54 Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren über Verabredungen und das aktuelle Befinden aus, während Dinge, die einen bewegen, online nur von 22 Prozent thematisiert werden.

In der Gruppe der 14- bis 17-Jährigen wird überwiegend darüber geredet, was man aktuell macht (78 Prozent), während nur 31 Prozent über persönlichere Dinge sprechen. „Es geht eher um das permanente Kontakthalten und die Vermehrung von Kommunikation, die aber vielfach oberflächlich bleibt”, sagte Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher.

Um anderen näherzukommen und einander kennenzulernen bevorzugen 60 Prozent der 14- und 17-Jährigen der Erhebung zufolge das persönliche Gespräch. Eine Minderheit von 13 Prozent aller Befragten glaubt, dass reine Internetfreundschaften genauso tiefgehend sein können wie persönliche Freundschaften, bei den 14- bis 17-Jährigen sind es 26 Prozent.

Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Communities stetig an. Während 2008 insgesamt 16 Prozent der Bevölkerung in Deutschland und 38 Prozent der unter-30-Jährigen Mitglied in einer Online-Community waren, sind es 2009 bereits 23 und bei den unter-30-Jährigen 52 Prozent gewesen. „Den meisten geht es dabei mehr um Kontaktpflege als darum, einen unerschöpflichen Bekanntenkreis aufzubauen”, sagte Köcher.

Das Allensbach-Institut befragte für die Studie im Auftrag der Zeitschrift „Bild der Frau” und dem Kaffee-Unternehmen Jacobs zwischen im Januar 1935 Bundesbürger ab 14 Jahren.

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