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Die digitale Welt: „Movember“ für Männergesundheit

Die digitale Welt : „Movember“ für Männergesundheit

Unter dem Hashtag #­Movember posten im November wieder diverse Sportler und Schauspieler Selfies, auf denen sie ihren Schnauzer zur Schau stellen. Was es damit auf sich hat, erklärt unser Kolumnist.

Seit knapp einer Woche trage ich ihn. Schnurrbart, Schnauzbart oder auch Schnauzer wird der Oberlippenbart (siehe Foto) für gewöhnlich genannt – zuweilen gibt es aber auch derbere Wortkreationen für den „Balken“, die ich an dieser Stelle mal auslasse.

Rund 100 Jahre nach dem Ende seiner Hochzeit verhilft das Internet der heute ungewöhnlich wirkenden Bartmode zu einer Renaissance – zumindest einmal im Jahr für 30 Tage; es ist schließlich „­Movember“.

Das Schachtelwort aus dem englischen „moustache“ (zu deutsch: Schnurrbart) und November ist nicht etwa nur ein Gag. Es geht um Männergesundheit.

Bekanntermaßen suchen Männer ja immer und sofort den Arzt auf, wenn es ihnen nicht gut geht. Spaß beiseite. Zu oft gilt es noch als verpönt, wenn Mann „­Schwäche“ zeigt. Und genau deshalb gibt es die Movember-­Initiative. Bereits 2003 im australischen Adelaide gegründet, sollen sich Männer im November Schnurrbärte wachsen lassen, um auf die Wichtigkeit ihrer Gesundheit aufmerksam zu machen.

Gerade die Sozialen Me­dien helfen Jahr für Jahr, den Bekanntheitsgrad des Projekts weiter zu steigern. Unter dem Hashtag #­Movember posten nun auch wieder diverse Sportler und Schauspieler Selfies, auf denen sie ihren Schnauzer zur Schau stellen.

Damit verbunden sind auch Spendenaufrufe. Und damit schließt sich der Kreis, denn der Movember wurde ursprünglich als Fundraising-Aktion eingeführt, also um Spendengelder zu generieren. Galten diese zunächst der eindeutig nur die Männerwelt betreffenden Prostatakrebsforschung, erstreckt sich das Spektrum der geförderten Projekte mittlerweile auch bis in den Bereich der psychischen Erkrankungen und der Suizid­prävention.

Denn, so die Erkenntnis der Stiftung, auch heutzutage halten noch (zu) viele Männer mit ihren Gedanken und Gefühlen hinter dem Berg. Dabei würde uns Männern doch gerade das gut zu Gesicht stehen – wie der Schnurrbart . . .

k.teichmann@medienhausaachen.de