Die Digitale Welt: Mit dem Mini-Computer auf die Piste

Die Digitale Welt : Mit dem Mini-Computer auf die Piste

Der Wind weht eisig um die Nase, die Beine baumeln mit Skiern an den Füßen in schwindelerregender Höhe über dem Boden und die Aussicht ist atemberaubend. Die Fahrt zur Spitze des Berges ist perfekt – bis zum Ausstieg aus dem Lift.

Denn die Gruppe aus der Gondel davor hat das Prinzip des schnellen Platzmachens noch nicht verstanden: Einer versucht umständlich, seine GoPro auf seinem Selfiestick zu montieren und alle anderen vor dem Panorama – und dem Liftausgang – zu positionieren, ein anderer hantiert mit ausgeklappter Skigebietskarte herum und versperrt damit allen anderen die Sicht.

Beim Versuch, die Gruppe beim Aussteigen zu umfahren und nicht umzufahren, lässt sich der Gedanke, ob der ganze Foto- und Orientierungsprozess im Zeitalter der Digitalisierung nicht irgendwie schneller abzuwickeln sei, nicht ganz verdrängen. Wenn Google und Co. schon mit smarten Brillen und Kontaktlinsen den Markt erobern wollen – warum dann nicht auch mit smarten Skibrillen, die sowieso jeder Skifahrer auf der Nase hat?

Ein Blick nach Österreich zeigt, dass an der Umsetzung schon gearbeitet wird. Im Wintersportgebiet „Ski amadé“ ist die digitale Skibrille zum Ausleihen bereits fest in den Winteralltag integriert. Dabei wird eine Art Mini-Computer in die Brille installiert. Über einen USB-Anschluss wird der Computer dann über eine App mit Daten versorgt und kann mit einer Armbanduhr am Handgelenk des Skifahrers gesteuert werden.

Eine Karte vom Skigebiet wird damit überflüssig: Der schnellste Weg zum Ziel wird eingeblendet, zeitgleich wird noch die Abfahrtsgeschwindigkeit gemessen, Lift- und Pistenstatus abgerufen und Wettervorhersagen verkünden. Und die Fotowütigen werden direkt an die hübschesten Aussichtspunkte weitergeleitet.

Einziges Problem: Eine Kamera ist in der Brille noch nicht enthalten, die Fotos müssen noch selbst gemacht werden. Und ein automatischer Hinweis an Liften mit „Bitte Platzmachen“ muss wohl auch noch programmiert werden.

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