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Hannover: IT-Ausfälle sind schon die Regel

Hannover : IT-Ausfälle sind schon die Regel

Viren, Würmer und Trojaner: Die Angriffe von Daten-Piraten und Hackern verursachen bei immer mehr Unternehmen nicht nur Ärger, sondern auch hohe Kosten.

Derzeit beziffert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Bonn, den jährlichen Gesamtschaden auf einen dreistelligen Millionenbetrag. „Die Bedrohung ist tagtäglich akut”, sagt BSI-Präsident Udo Helmbrecht.

Eine Studie der Hamburger Handelskammer und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche unter Hamburger Mittelständlern zeigt, dass 66 Prozent der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten einen bemerkbaren Ausfall ihrer IT-Systeme festgestellt haben.

Die Hälfte ging auf Fehler bei Hard- und Software zurück, ein Viertel auf Virenattacken und Stromausfälle. Im Schnitt fielen die Systeme zwölf Stunden aus - 1,5 Arbeitstage.

Dabei ließe sich „mit wenig Geld relativ viel erreichen”. Virenschutz-Software, Firewalls, Vorsicht bei Warnmeldungen und Programm-Korrekturen (Patches) würden viel bewirken: „Da hat man schon wahnsinnig viel erreicht.”

Die IT-Branche will jedoch über diese herkömmlichen Lösungen hinaus. So arbeitet die Organisation Trusted Computing Group (TCG) an Standards für sichere Hard- und Software. Als Sicherheitsebene hat die TCG - eine Interessengemeinschaft führender IT-Adressen wie AMD, Hewlett-Packard, IBM, Intel, Microsoft, Sony und Sun Microsystems - den „Trusted Platform Module” (TPM) entwickelt. TPM kann auf dem Rechner Zugriffsrechte kontrollieren sowie Geheimschlüssel schützen und generieren.

Nach einer Schätzung vom European Information Technology Observatory (EITO) soll sich das Auftragsvolumen für IT-Sicherheit 2004 allein in Westeuropa auf 14,7 Milliarden Euro belaufen. Für die Hersteller Grund genug, an neuen Produkten zu arbeiten.

Microsoft arbeitet an einem sicheren Betriebssystem - dem Nachfolger von Windows XP, „Longhorn”. Dabei soll die Komponente „Next-Generation Secure Computing Base” (NGSCB) die Ablage von Daten in TPM-geschützten Speicherbereichen ermöglichen.

„Longhorn”-Anwender könnten NGSCB auf Wunsch installieren, um im „Trusted Mode” zu arbeiten, sagt Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner. „Ein genereller Schutz vor Viren ist es nicht”, räumt Baumgärtner ein. Hackern bliebe aber der Zugriff auf den sicheren Bereich verweigert.

Intels „LaGrande Technology” (LT), die in frühestens ein bis zwei Jahren verfügbar sein soll, ist speziell auf Geschäftsprozesse angelegt. LT sichert die Integrität zwischen Benutzer, Rechner und der darauf vorhandenen Software. Dank der auf Hardware basierenden Sicherheit seien vertrauenswürdige Anwendungen nicht mehr Software-Attacken, wie etwa Würmern, ausgesetzt, so Intel.