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Düsseldorf: Internet: Eigene Web-Seiten helfen Patienten

Düsseldorf : Internet: Eigene Web-Seiten helfen Patienten

Bei der Verarbeitung einer schweren Erkrankung setzen immer mehr Patienten auf das Erstellen einer eigenen Internet-Seite oder eines Blogs. Indem sich die Menschen aktiv mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen, fällt ihnen die Bewältigung der Situation oft leichter.

Außerdem können sie sich anderen Menschen wie Verwandten, Freunden oder ebenfalls von der Krankheit Betroffenen auf diesem Wege mitteilen. Anstatt die eigene, oft emotional belastende Situation immer wieder in persönlichen Gesprächen zu durchleben, notieren die Patienten einmal, was ihnen widerfahren ist. Alle Interessierten können das Geschriebene lesen, ohne dass sich der Patient dadurch wieder in innere Aufruhr versetzen muss.

Darüber hinaus können die Leser zum Beispiel in einem Online-Tagebuch wie einem Blog selbst Kommentare hinterlassen. Hilfestellungen anderer Betroffener und Beistandsbekundungen können für den Erkrankten eine wichtige seelische Stütze sein. Auch kann es ihn mental stärken, wenn er kleine Erfolge bei der Heilung mit anderen Menschen teilen kann und deren positive Rückmeldungen erhält.

Ein Beispiel für eine private Patientenseite ist das Online-Portal von Sandra Schadek, die an der unheilbaren Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) leidet. Schadek schildert die Erkrankung aus der Sicht einer Betroffenen. Ihre offene Herangehensweise und die informative Darstellung auf ihrer Internet-Seite ist jüngst mit dem Publikumspreis des diesjährigen Grimme Online Awards geehrt worden (www.sandraschadek.de). Dieser Preis wird vom Grimme Institut vergeben, das auch den berühmten Fernsehpreis verleiht.

Solche Krankheits-Blogs und Web-Seiten sind oft sehr persönlich. Der Schreiber sollte sich immer dessen bewusst sein, dass die Worte öffentlich im Internet zu finden sind und sogar in Zukunft von jedermann gelesen werden können. Auch wenn der Verfasser seine Beiträge später vielleicht löscht, könnte es sein, dass irgendwo eine Kopie existiert, auf die jemand Zugriff haben könnte, der den Verfasser kennt.

Wie bei allen persönlichen Informationen ist deshalb bei der Verbreitung von Fakten rund um das seelische Empfinden und um eine Erkrankung im Internet höchste Vorsicht geboten.