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Frankfurt: Immer mehr „Silver Surfer” im Internet

Frankfurt : Immer mehr „Silver Surfer” im Internet

Immer mehr Bundesbürger gehen online. Die Zahl der Internet-Nutzer stieg in diesem Jahr gegenüber 2007 um 1,9 auf 42,7 Millionen, wie die am Dienstag in Frankfurt veröffentlichte ARD/ZDF-Online-Studie 2008 ergab.

Damit nutzten inzwischen fast zwei Drittel der Erwachsenen das Internet. Den größten Zuwachs weisen laut Untersuchung die „Silver Surfer” auf; mittlerweile surfen 29,2 Prozent der 60- bis 79-Jährigen im Internet. Bei der Repräsentativstudie wurden im März und April 1802 Erwachsene in Deutschland befragt.

Nach der Studie rufen 55 Prozent der Internet-Nutzer Videos ab oder schauen live oder zeitversetzt Fernsehsendungen. Das waren zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Nutzer von Podcasts und Radiosendungen im Netz ging um zwei auf 35 Prozent zurück.

Der Intendant des Hessischen Rundfunks und Vorsitzende der ARD/ZDF-Medienkommission Helmut Reitze betonte, dass für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Audios und Videos auf Abruf im Internet eine immer größere Rolle spielten. Die Statistiken belegten, dass Sendungen noch viele Wochen oder Monate nach der Ausstrahlung in Hörfunk oder Fernsehen im Internet abgerufen würden.

ZDF-Intendant Markus Schächter erklärte, dass die Hälfte der Internet-Zuschauer unter 30 Jahren sei. „Zeitsouveränität und Mobilität bestimmen die TV-Nutzung der Zukunft”, betonte er.

Um die Internet-Präsenz der öffentlich-rechtlichen Sender gibt es einen Streit mit anderen Medienanbietern. Zeitungsverlage und andere private Medien befürchten Wettbewerbsverzerrungen. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer wollen am Donnerstag über den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag entscheiden.

Der Entwurf sieht restriktive Beschränkungen für das Internet-Engagement der öffentlich-rechtlichen Anbieter vor. So sollen sie ihre Sendungen maximal bis zu sieben Tage online anbieten können.