Bielefeld: Illegal Musik „gezogen”: 25.000 Strafanzeigen seit Januar

Bielefeld : Illegal Musik „gezogen”: 25.000 Strafanzeigen seit Januar

Deutschlands Musikindustrie hat seit Januar 25.000 Strafanzeigen gegen Computernutzer erstattet, die sich illegal Musik aus dem Internet heruntergeladen haben und diese im Netz anbieten.

Der stellvertretende Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft in Berlin, Stefan Michalk, sagte dem Bielefelder „Westfalen-Blatt”, an den Musik-Genres lasse sich erkennen, dass ein Großteil der Tatverdächtigen Jugendliche seien.

Der Musikindustrie gehe es mit den Strafanzeigen nicht in erster Linie darum, die Tatverdächtigen bestrafen zu lassen. „Für uns sind die Anzeigen derzeit die einzige Möglichkeit, Namen und Adressen von Tätern zu ermitteln”, sagte der Vize-Verbandsgeschäftsführer.

Im Auftrag der Plattenindustrie folgten 90 Ermittler im Internet den Spuren illegal heruntergeladener Musikstücke, sagte Michalk. „Sie finden irgendwann die so genannte IP-Adresse des betreffenden Computers, und die teilen wir der Staatsanwaltschaft mit”, erläuterte er. Mit den Eltern würden dann oft außergerichtliche Vergleiche über den Schadensersatz geschlossen, die zwischen einigen hundert und 20.000 Euro lägen - je nach Datenmenge und persönlichen Verhältnissen.

Michalk bewertete das Vorgehen als Erfolg im Interesse der Künstler und der Plattenfirmen. 2003 habe es in Deutschland 600 Millionen illegaler Downloads gegeben, 2006 seien es nur noch 374 Millionen gewesen. „Nach unserer Erfahrung werden Täter, die einmal erwischt worden sind, nicht rückfällig”, sagte Michalk.

Legal seien im vergangenen Jahr 27 Millionen Titel heruntergeladen worden - die meisten zu Preisen zwischen 99 Cent und 1,30 Euro.

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