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Stuttgart/Berlin: HD DVD und Blu-ray: Die DVD-Nachfolger werden langsam erschwinglich

Stuttgart/Berlin : HD DVD und Blu-ray: Die DVD-Nachfolger werden langsam erschwinglich

Es hört nie auf: Da hat man sich gerade ein schönes Heimkino zusammengestellt - bestehend aus Flachbildfernseher, Festplattenrekorder und Surround-Anlage.

Und schon locken die Hersteller mit neuen Geräten. HD DVD und Blu-ray liefern sich einen Kampf um die Nachfolge der DVD. Beide Lager ringen auch mit neuen Abspielgeräten um Käufer. Diese Player sind teilweise deutlich billiger als die erste Generation der HD-DVD- und Blu-ray-Spieler, die vor rund einem halben Jahr auf den Markt gekommen ist.

Die HD DVD bietet je nach Version 15 oder 30 Gigabyte (GB) Speicher und wird - wenn es um die Abspielgeräte fürs Wohnzimmer geht - vor allem von Toshiba unterstützt. Der japanische Hersteller bringt bis zum Jahresende zwei neue HD-Player auf den Markt: den HD-EP30 für 499 Euro und den HD-EP35 für 599 Euro. Beide sollen im Paket mit je acht Filmen angeboten werden. Toshibas erster HD-DVD-Player ist im Handel mittlerweile für deutlich weniger als 300 Euro zu haben.

Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin wurde Ende August die Einführung eines weiteren HD-DVD-Geräts angekündigt. Es stammt vom kanadischen Hersteller Venturer Electronics und soll in den USA 199 Dollar kosten. Das wären umgerechnet deutlich weniger als 200 Euro. Doch ob und wann das Gerät nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt.

Das Blu-ray-Format unterstützen dagegen zum Beispiel Samsung, Panasonic, Philips, LG Electronics und Sony. Die Blu-ray-Discs fassen bis zu 27 GB - und bis zu 54 GB, wenn es sich um zweilagige Scheiben handelt. Eine herkömmliche DVD bringt es bis auf 9,4 GB.

Auch wenn sowohl HD DVD als auch Blu-ray mit einem blau-violetten Laser beschrieben werden, sind die Formate zueinander nicht kompatibel. Ein HD-DVD-Spieler kann also keine Blu-ray-Disc abspielen. Und legt man eine HD DVD in einen Blu-ray-Spieler, gibt es ebenfalls höchstens eine Fehlermeldung.

Um dem Verbraucher die Wahl der Qual zu nehmen, bieten einige Hersteller Hybrid-Modelle an, die beide Formate abspielen: Der BDP-UP5000 von Samsung etwa gibt sowohl Blu-ray-Discs als auch HD-DVDs wieder und soll dem Hersteller zufolge Anfang 2008 für rund 900 Euro in den Handel kommen.

Der BH100 von LG Electronics kommt ebenfalls mit beiden Formaten zurecht, schlägt aber mit rund 1500 Euro zu Buche. Reinhard Otter von der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „video” hält aber nicht viel von den Kombigeräten: „Sie unterstützen nicht alle Funktionen beider Formate.”

Eine ganze Reihe von Herstellern steht mit beiden Beinen im Blu-ray-Lager. Dazu zählt Philips. Das niederländische Unternehmen hat kürzlich seinen ersten Player auf den Markt gebracht: Der BDP 7100 kostet 599 Euro. So lautet auch die unverbindliche Preisempfehlung für den DMP-BD10 von Panasonic. Auch hier ist ein deutlicher Preisrutsch im Vergleich zu den Vorgängermodellen zu verzeichnen. Der BDP 1400 von Samsung ist ebenfalls ein reiner Blu-ray-Spieler. Er kostet laut Pressesprecherin Petra Woyzik ab 499 Euro.

Was kann der Käufer für sein Geld erwarten? Weil beide Formate deutlich mehr Daten transportieren können als die DVD, gibt es mehr Informationen pro Bild, also eine detailliertere, schärfere Darstellung. Voraussetzung ist aber ein HD-tauglicher Fernseher, der eine Auflösung von mindestens 720 Zeilen bietet. Noch besser wäre eine Full-HD-Auflösung mit 1080 Zeilen. In der Regel tragen letztere Modelle das Logo „HD ready 1080p” beziehungsweise „Full HD”.

Damit die hohe Auflösung in der Praxis zum Filmgenuss wird, sollte der Fernseher eine gewisse Größe haben. Erst auf Flachfernsehern ab etwa einem Meter Bilddiagonale brillieren die neuen Formate, stellt die Stiftung Warentest in Berlin in ihrer Zeitschrift „test” (Ausgabe 6/2007) fest. Einen Unterschied zur DVD sieht man zwar auch auf kleineren Fernsehern schon. Es fragt sich allerdings, ob sich dafür der Umstieg lohnt.

Auch einen besseren Sound sollen die designierten DVD-Nachfolger ins Heimkino bringen. So werden die Filme auf HD DVD und Blu-ray teilweise mit den neuen Audioformaten Dolby TrueHD oder DTS HD Master Audio versehen. Allerdings muss der Player die Formate auch umsetzen können. „Und das ist leider nicht immer der Fall”, sagt Reinhard Otter von „video”. Nur AV-Receiver der neuesten Generation brächten die entsprechenden Decoder mit, so dass man beim Player darauf verzichten könne.

Weder beim Sound noch beim Bild kann das eine Format das andere wirklich schlagen, die Unterschiede sind minimal. Eine Kaufempfehlung lässt sich derzeit noch nicht aussprechen - vor allem, weil nicht abzusehen ist, welches Format tatsächlich die DVD-Nachfolge antreten wird. Begeisterte Videospieler könnten es mit der Playstation 3 (PS3) von Sony probieren: Mit der Spielkonsole halten sie auch einen Blu-ray-Player in der Hand.

Die Bild- und Tonqualität der zu Preisen ab rund 400 Euro erhältlichen PS3 steht reinen Blu-ray-Spielern nicht nach, so die Stiftung Warentest. Für eine normale Fernbedienung wird allerdings ein Aufpreis von 30 Euro verlangt. Der Stromverbrauch sei ebenfalls viel höher als beim reinen Blu-ray-Gerät.

Welches Format sich durchsetzt, wird am Ende der Verbraucher entscheiden. Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GfU) in Frankfurt/Main erwartet, dass in diesem Weihnachtsgeschäft für beide Formate insgesamt 30.000 Player verkauft werden. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 3000 Stück.

„24p” soll Kinoerlebnis ins Wohnzimmer bringen

Im Zusammenhang mit LCD-Fernsehern sowie den DVD-Nachfolgern HD DVD und Blu-ray ist häufiger die Bezeichnung „24p” zu lesen. Die „24” drückt aus, dass Filme mit 24 Bildern pro Sekunde abgespielt beziehungsweise wiedergegeben werden. Das entspricht der Bildfrequenz im Kino. Um Filme entsprechend wiedergeben zu können, muss das „24p”- oder das „1080p/24”-Format sowohl vom Abspiel- als auch vom Wiedergabegerät unterstützt werden.