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Berlin: Fütterung der Leseratten: RSS-Feeds liefern individuelle Nachrichten

Berlin : Fütterung der Leseratten: RSS-Feeds liefern individuelle Nachrichten

Zeit ist heutzutage ein wertvolles Gut. Doch wer im Internet täglich Informationen aus unterschiedlichen Quellen bekommen will, muss eine Menge davon investieren und eine große Liste mit Lesezeichen verwalten. Schneller und einfacher geht die Nachrichtenlektüre mit RSS-Feeds, die dem Nutzer die Suche abnehmen und ihn automatisch mit Nachrichten füttern.

Die Abkürzung RSS steht für Really Simple Syndication, was so viel bedeutet wie „wirklich einfache Verteilung”. Mit Unterstützung von Hilfsprogrammen werden dem Nutzer alle Artikel von den Webseiten zugestellt, die er abonniert hat. Neue Einträge auf Blogs oder Nachrichtenportalen müssen so nicht lange gesucht werden. „Mit RSS-Feeds spart man sich die Zeit, die es kostet, alle Webseiten einzeln in einem Browser anzusurfen”, sagt Sascha Friesike vom Alexander-von-Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft. Außerdem werden nur der Text und die Bilder dazu übertragen - Werbebanner, Pop-up-Fenster oder animierte Werbegrafiken bleiben mit RSS draußen.

Alles, was der Nutzer benötigt, ist ein RSS-Reader. Mithilfe eines solchen Programms lassen sich die sogenannten Feeds einlesen und anzeigen. „Werden Beiträge abonniert, überprüft die Software regelmäßig, ob neue Beiträge vorhanden sind und lädt diese dann runter”, erklärt Manuel Fischer vom IT-Verband Bitkom. „Das passiert im Hintergrund, der Anwender merkt davon nichts.”

Um einen RSS-Feed zu lesen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. „Die Option, RSS-Feeds zu lesen, ist heute bereits in den gängigen Browsern und Mailanwendungen integriert”, sagt Internetexperte Friesike. Der Vorteil von sogenannten Web-Readern ist, dass die RSS-Feeds an jedem beliebigen Rechner abgerufen werden können. Zusätzliche Software ist nicht nötig.

Zu den bekanntesten Web-Readern zählt der Google Reader, der grafisch eher einfach daherkommt. Dafür ist auch die Bedienung unkompliziert, außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, interessante Artikel mit anderen zu teilen. Dank der passenden Android-App eignet sich der Google Reader auch dazu, unterwegs auf dem Laufenden zu bleiben. Verschiedene Reader-Versionen synchronisieren sich dabei untereinander, auf allen Geräten stehen so die gleichen Artikel zur Verfügung. Und was auf dem PC schon gelesen wurde, wird auch auf dem Tablet nicht mehr als neu angezeigt.

Zum Lesen und Verwalten der Feeds können aber auch externe Programme verwendet werden. Viele Programme wie FeedReader, FeedDemon oder der RSS Bandit sind kostenlos. Genau wie bei Web-Readern lassen sich hier Ordner anlegen, sodass die Feeds thematisch sortiert werden können.

Kostenlos sind auch die meisten Apps, die auf dem gleichen Prinzip basieren. Viele der kleinen Programme für Smartphones und Tablets sind nicht nur praktisch und zeitsparend, sondern machen auch optisch etwas her. Ein ansprechendes Design im Zeitungsstil bringt etwa Flipboard mit, in das sich auch diverse Social-Media-Dienste wie Facebook oder Twitter integrieren lassen. Auf diese Weise lässt sich ein individuelles Magazin erstellen.

Ähnlich funktionieren die ebenfalls kostenlosen Alternativen Feedly und Flud News. „Einige Apps bieten weitere Zusatzfunktionen, etwa zum Speichern der Artikel”, sagt Software-Experte Manuel Fischer. Damit kann man unterwegs auch dann weiterlesen, wenn mal keine Internetverbindung zur Verfügung steht. Viele der Apps können außerdem auf Google-Reader-Konten zugreifen. So profitiert der Anwender von der geräteübergreifenden Synchronisierung, ist aber nicht an die etwas spartanische Reader-App von Google gebunden.

Zu erkennen sind RSS-Feeds an einem orangefarbenen Symbol mit zwei Viertelkreisen und einem Punkt. Viele Webseiten haben einen RSS-Reiter prominent oben auf ihrer Startseite platziert, sonst findet sich der Button meist links oder rechts in der Randspalte einer Webseite. Dahinter verbergen sich Links, die einfach kopiert und dann in den favorisierten RSS-Reader eingefügt werden. Angefordert werden können entweder alle Artikel einer Webseite, oft aber auch nur bestimmte Ressorts wie Politik, Sport oder Kultur.

Mit den Feeds lässt sich außerdem die eigene Homepage verschönern. Das Einbinden eines RSS-Nachrichtentickers ist auch für Laien zu schaffen und prinzipiell erlaubt. „Durch die Seitengestaltung sollte aber auf jeden Fall klargemacht werden, dass der RSS-Feed Inhalte anderer wiedergibt”, sagt Hermann Lindhorst. Andernfalls verletze man das Urheberrecht, warnt der Fachanwalt für IT- und Medienrecht. Für die Inhalte der eingebetteten RSS-Feeds ist der Betreiber einer Webseite aber nicht verantwortlich. Die Beiträge müssen also nicht auf eine Rechtsverletzung überprüft werden.

(dpa)