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Aachen: Fürs Zeigen sind auf Papier gedruckte Bilder schöner

Aachen : Fürs Zeigen sind auf Papier gedruckte Bilder schöner

Das Papierfoto wird so bald nicht verschwinden. Handelsübliche Speicher von Digitalkameras bieten zwar Platz für einige Hundert Aufnahmen. Überlegungen zur Kapazität und den Entwicklungskosten erübrigen sich damit im Gegensatz zu früheren analogen Zeiten, als spätestens nach 36 Schuss Schluss war und ein neuer Film eingelegt werden musste.

Andererseits ist es nervig, die Kaffeetafel zu sprengen, indem der versammelten Verwandtschaft Urlaubsfotos auf dem Notebook präsentiert werden. Wenn es ums Zeigen geht, sind auf Papier gedruckte Bilder immer noch schöner.

„Außerdem bietet das Papierbild ein anderes Erlebnis”, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband (PIV) in Frankfurt. „Was wir auf dem Papier sehen, was wir in der Hand halten, bleibt länger im Gedächtnis.” Möglichkeiten, aus der Bilddatei einen Papierabzug zu machen, gibt es viele: Zum einen ist da eine große Auswahl von Anbietern, die vom Fotofachgeschäft bis zur Filiale einer Drogeriekette reicht. Zum anderen lassen sich Fotos mit dem entsprechenden Drucker zu Hause zu Papier bringen.

Doch für ein Foto im Format 10 mal 15 Zentimeter, das zu Hause ausgedruckt wird, müssten rund 30 Cent kalkuliert werden, so Malte Neumann, Fotoexperte der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Colorfoto”. Selbst auszudrucken, lohnt sich Constanze Clauß zufolge daher nur, wenn es nur ein paar Bilder auf die Schnelle sein sollen, oder wenn zum Beispiel Weihnachtskarten oder ein Kalender individuell gestaltet werden sollen.

Wer viele Bilder zu Papier bringen will, nimmt daher besser die Dienste eines Profis in Anspruch. In vielen Elektrogroßmärkten, Drogerien oder Kaufhäusern finden sich mittlerweile kleine Terminals, an denen der Kunde seine auf CD oder USB-Stick mitgebrachten Bilder einlesen und zur „Entwicklung” aufgeben kann. Auch im Internet gibt es entsprechende Fotodienste. Mit Preisen von unter zehn Cent pro Bild kann der Heimdrucker nicht konkurrieren. Dafür gibt es aber auch nur automatisierte Massenware.

Qualität hat ihren Preis. Und Qualität drückt sich vor allem im verwendeten Papier aus. „Da gibt es erhebliche Unterschiede”, sagt Malte Neumann. Das Problem sei jedoch, dass sich die Qualität nicht unbedingt am einzelnen Anbieter festmachen lässt. Denn Drogerien, Supermärkte und andere Anbieter schicken die Bilddateien ihrer Kunden auch bloß an ein Großlabor weiter, das wiederum wechseln könne.

Die von der Stiftung Warentest in Berlin herausgegebene Zeitschrift „test” rät Verbrauchern in ihrer Sonderausgabe „Digitales Bild” deshalb, erstmal verschiedene Anbieter mit kleineren Bildbestellungen zu testen. Wer Wert auf besonders gute Abzüge oder auf ungewöhnliche Formate legt, wende sich besser an ein Fotofachgeschäft. „Dort bekommen Sie auch eine individuelle Beratung”, sagt Constanze Clauß vom PIV. Dafür muss der Kunde aber auch mit entsprechenden Preisen rechnen.

Professionell gemachte Abzüge halten einige Jahrzehnte. Das erwarten Experten mindestens auch von Bildern, die mit modernen Fotodrucksystemen gemacht werden. Mit den Jahren werden sich aber wohl farbliche Veränderungen einstellen, sagt Malte Neumann von „Colorfoto”. Um diese Entwicklung hinauszuzögern, sollten Papierfotos möglichst wenig Licht ausgesetzt werden. Der gute alte Schuhkarton ist für die Aufbewahrung geeignet.

Über die Archivierung von digitalen Aufnahmen müssen sich Hobby-Fotografen ebenfalls Gedanken machen: Zwar altern Dateien nicht. Möglicherweise sind der jetzt verwendete Datenträger oder aber das Dateiformat in einigen Jahren nicht mehr Stand der Technik, und es könnte schwer fallen, die Fotos dann darzustellen.

Constanze Clauß rät daher, Fotos immer auch als JPEG oder TIF zu speichern. Mit diesen weit verbreiteten Formaten laufe der Nutzer weniger Gefahr, seine Fotos irgendwann nicht mehr ansehen zu können als mit spezielleren Formaten, die nur von bestimmten Bildbearbeitungsprogrammen genutzt werden. „Außerdem beschriften wir keine CDs und DVDs, um die Daten darauf nicht doch versehentlich zu zerstören.” Darüber hinaus sollte der Nutzer daran denken, Daten irgendwann auf moderne Datenträger zu importieren. „Das sind ja absehbare Entwicklungen.” Schließlich stirbt keine Technologie und kein Format von heute auf morgen aus.