1. Digital

Hannover/Kassel: Für erfolgreiche Suche im Web nicht nur auf erste Ergebnisseite achten

Hannover/Kassel : Für erfolgreiche Suche im Web nicht nur auf erste Ergebnisseite achten

Bei der Suche nach Informationen ist das Bücherregal heute nicht mehr unbedingt die erste Wahl. Das Internet hat für viele den schweren Lexika den Rang abgelaufen ? schließlich hält es auf geschätzten rund 50 Milliarden Seiten mehr Einträge bereit, als es ein Nachschlagewerk in Buchform je könnte.

Doch mit Hilfe von Suchmaschinen an die Informationen zu gelangen, die Surfer tatsächlich suchen, ist nicht immer einfach. „Ein schnelles Ergebnis nützt nichts, wenn es falsch ist”, sagt Wolfgang Sander-Beuermann, der das Suchmaschinenlabor des Regionalen Rechenzentrums für Niedersachsen (RRZN) an der Universität Hannover leitet. Auch sollten Surfer sich nicht zu sehr von der Reihenfolge der Treffer beeinflussen lassen. „Was an erster Stelle steht, ist nicht immer das Beste.”

So unterscheidet sich die Reihenfolge bei derselben Suche häufig in Maschinen wie Google, Yahoo, Fireball oder Lycos. „Das hängt von den Bewertungsalgorithmen in den Datenbanken ab, die hinter den Suchmaschinen laufen”, erklärt Sander-Beuermann.

„Nicht nur auf die erste Ergebnisseite schauen”, rät daher auch Oliver Gerstheimer, Geschäftsführer der Agentur Chilli Mind in Kassel, die Technik-Konzepte für Unternehmen entwickelt. Diesen Rat befolgen bislang allerdings nur wenige: „Bis zur Seite drei sind nach unseren Befragungen rund 80 Prozent der Nutzer weg, bis Seite sieben klicken sich noch weniger durch.”

Grundsätzlich sind Schnelligkeit und Präzision die zwei Kriterien, nach denen die Ergebnisse einer Suche gemessen werden. Oft sei aber nicht nur viel Werbung unter den Ergebnissen - auch sei die Gefahr groß, von der ursprünglichen Suche abzuschweifen, sagt Gerstheimer.

„Wenn man gezielt im Netz sucht, darf man nicht der Versuchung nachgeben, allen Links zu folgen” sagt Stefan Keuchel, Sprecher der Firma Google in Hamburg. Zudem seien die Ergebnisse besser, je genauer man sucht. Dabei sollte nicht nach abstrakten Oberbegriffen gesucht werden, sondern nach speziellen Aspekten. „Je konkreter eine Eingabe ist, um so schneller findet man etwas Relevantes.”

Internetnutzer sollten sich dabei zunächst mit der Suchmaschine ihrer Wahl vertraut machen, um möglichst gute Ergebnisse zu erzielen, sagt Nadine Höchstötter, die an der Universität Karlsruhe zum Suchverhalten im Web promoviert hat. „Die User suchen zu allgemein und bekommen dann einen Wust von Informationen.”

Dabei können die speziellen Funktionen der Suchmaschinen eine Hilfe sein - wenn man sie kennt und nutzt. So können Surfer etwa statt einzelnen Wörtern Begriffsketten eingeben oder nach Phrasen in Anführungszeichen suchen. „Die Worte können einfach nacheinander eingegeben werden - die Suchmaschinen verknüpfen das automatsch mit „und”.”

Wer partout kein passendes Ergebnis für seine Suche erhält, sollte es mit Synonymen für die Suchbegriffe versuchen und Rechtschreibung sowie Grammatik der Anfrage prüfen. „Es hilft auch, gezielt nach bestimmten Dateiformaten zu suchen”, sagt Höchstötter. „Dazu reicht die Eingabe der Dateiendungen.” So lassen sich Textdokumente etwa durch die Eingabe der Kürzel „.pdf” und „.doc” suchen, während Tabellen häufig die Dateiendung „.xls” haben.

Die vielfältigsten Ergebnisse finde, wer in mehreren Suchmaschinen unterwegs ist. „Es ist ja auch immer besser, mehrere Zeitungen zu lesen”, sagt Sander-Beuermann. Bei besonderen Themen können auch spezialisierte Suchmaschinen helfen, an brauchbare Ergebnisse zu kommen.

Allerdings gebe es auch eine Fülle von Informationen im so genannten Deep Web, die noch nicht für den Zugriff der Suchmaschinen aufbereitet wurden. Und dann hilft manchmal doch wieder der Griff ins heimische Bücherregal oder der Gang in eine Bibliothek.