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Ein kleiner Shitstorm-Jahresrückblick 2019

Die digitale Welt : Ein kleiner Shitstorm-Jahresrückblick 2019

Das Jahr neigt sich dem Ende – in der analogen und der digitalen Welt. Und darum häufen sich jetzt Jahresrückblicke auf den Fernsehsendern, die zeigen, was den Menschen in diesem Jahr wichtig war. Will man schauen, was die Internetcommunity 2019 bewegt hat, muss man sich nur die Shit­storms der vergangenen zwölf Monate anschauen.

Die stärksten Themen, die 2019 für Shitstorms sorgten, waren Sexismus und Umweltschutz. Zwar sind die einzelnen Beiträge nicht immer wichtig und seriös, dafür kann man sich aber am Jahresende nochmal herrlich aufregen und die Wut erneut fühlen – ob über die Sache selbst oder die hitzigen Kommentare, das sei jedem selbst überlassen.

Zwölf Ereignisse, die 2019 für einen großen oder kleinen Shitstorm sorgten:

Januar: Der spanische Fußballstar Andrés Iniesta postet zu Heilige Drei Könige ein Bild, auf dem ein Weißer sich das Gesicht schwarz angemalt hatte. Rassismus-Vorwürfe ließen nicht lange auf sich warten.

Februar: „Loch ist Loch. Donuts & Bagel schmecken beide.“ Diese Werbung von Lidl ging nach hinten los. Man sah darin Frauenfeindlichkeit, Sexismus und einen Vergewaltigungswitz. Die Supermarktkette löschte die Facebook-Werbung daraufhin.

März: Das Computerspiel „Rape Day“, in dem man Frauen brutal vergewaltigen und töten muss, sorgte für Aufregung. Vor allem die Steam-Community lief dagegen Sturm, dass die Spieleplattform das Vergewaltigungs-Game vertrieb.

April: Prinzessin Eugenie verwechselte bei einem Instagram-Post „you‘re“ und „your“. Eine Prinzessin, die die Grammatik nicht kann? Wenn das nicht mal ein Grund für einen kleinen Shitstorm ist...

Mai: Ein Edeka-Werbespot stellt Männer als unfähige Eltern dar, im Gegensatz zu den Müttern – passender Spot(t) zum Muttertag? Bei vielen Usern kam die Werbung gar nicht gut an.

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Juni: In einem Twitter-Video lobte Ernährungsministerin Julia Klöckner den Lebensmittelriesen Nestlé. Etliche Nutzer kritisierten das als Werbung.

Juli: CDU-Politiker Peter Tauber twitterte: „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“ Als würde er um einen Shitstorm betteln.

August: Mercedes warb mit „War dieser Sommer noch nicht warm genug, heizt der Mercedes-AMG GLA 45 4Matic noch mehr auf.“ Dafür hagelte es ordentlich Kritik im Netz.

September: Reality-TV-Star Sophia Vegas twitterte: „Keine Ausreden an uns Frauen. Wer Babys bekommen kann hat auch die nötige Disziplin sich wieder in Form zu bringen.“ Das kam irgendwie nicht so gut an.

Oktober: Als der Discounter Netto mit Nackedeis Werbung für unverpackte Lebensmittel machte, bekam er den Hass so mancher User zu spüren. Als frauenfeindlich, sexistisch und billig wurde diese Kampagne verschrien. Dass auch nackte Männer abgebildet wurden, wurde hingegen kaum thematisiert.

November: Fast über das ganze Jahr hinweg begleitete Deutschland ein regelmäßig wiederkehrender Shitstorm gegen den Kabarettisten Dieter Nuhr. Der hatte es gewagt, in seiner ARD-Sendung kritische Bemerkungen und Witze über Greta Thunberg zu machen. Im November hatte der Shitstorm einen seiner Höhepunkte.

Dezember: Werder Bremen twitterte vorm Fußballspiel: „Macht euch auf den Weg, Papas – nehmt eure Söhne mit!“ Gehen Frauen mit ihren Töchtern nicht ins Stadion?, fragte die Internet-Community.