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Hamburg: Die PC-Spiel-Highlights der kommenden Monate

Hamburg : Die PC-Spiel-Highlights der kommenden Monate

Es gibt Menschen, die mögen den Sommer nicht - die Verantwortlichen der PC-Spiele-Branche zum Beispiel: Für sie ist das die Zeit, in der sich kaum jemand für ihre Waren interessiert.

Da sie das inzwischen wissen, veröffentlichen sie zur Jahresmitte kaum mehr Nennenswertes. Lieber wird verstärkt die Werbetrommel für die Titel gerührt, die in den kommenden Monaten anstehen - und das sind dieses Jahr eine Menge: Das mit Vorschusslorbeeren bedachte „Spore” kommt, das Online-Rollenspiel „Warhammer” ebenso.

Und vermutlich gibt es mit „Starcraft II” sogar die Fortsetzung eines einmaligen Erfolges aus der Ecke der Echtzeitstrategie.

Über „Spore” ist schon eine Menge geredet worden - und bis die neue Spielehoffnung im September erscheint, wird wohl kaum noch eine Woche vergehen, in der nicht weitere Informationen durchsickern.

Grund dafür ist das angekündigte Spielprinzip ebenso wie die Person hinter dem Projekt. Denn erdacht hat „Spore” kein Geringerer als Will Wright, dessen Ideen schon „Sim City” und „Die Sims” zu Welterfolgen gemacht haben.

„Spore” soll einmal mehr mit einem ganz neuen Konzept daherkommen - wenn auch mit einem, das sich bei bekannten Spiele-Typen bedient. Grundsätzlich geht es darum, eine Lebensform zu erschaffen und sie vom Einzeller bis zu einer eigenständigen und erfolgreichen Kultur zu entwickeln, die am Ende sogar das Weltall erobert. Bei dem Titel von Electronic Arts (EA) kommen Ideen aus Jump & Runs zum Einsatz, aber auch Elemente von Aufbauspielen oder aus der Echtzeitstrategie.

Ein anderes Computerspiele-Genre ist mittlerweile ebenso bekannt wie erfolgreich: Rollenspiele haben es vom Nischendasein zu einer zentralen Position gebracht - sowohl online als auch bei Einzelspielern.

Ein solches Solo-Rollenspiel stellt auch eines der kommenden Highlights aus deutschen Entwicklerstudios dar: „Das Schwarze Auge: Drakensang” beruht auf dem Regelwerk des gleichnamigen Pen-&-Paper-Rollenspiels und soll die Fantasywelt in dreidimensionaler Form auf den PC-Bildschirm bringen - laut dem Anbieter dtp bereits im August.

Ein zweites deutsches Studio will mit einem Rollenspiel ebenfalls Erfolge feiern: In der zweiten Jahreshälfte wird mit „Sacred 2” die Fortsetzung des Überraschungserfolgs aus dem Hause Ascaron erwartet.

Hatte Teil eins noch eine eher altbackene zweidimensionale Grafik, bekommt die Fortsetzung ein modernes 3D-Gewand. Doch das Grundprinzip bleibt: Wie im legendären „Diablo” geht es vornehmlich darum, Monster zu besiegen und Schätze zu erbeuten.

Spätestens seit „World of Warcraft” („WoW”) bevorzugen sehr viele Rollenspieler jedoch Titel, bei denen gemeinsam online fremde Welten erkundet und Gegner bekämpft werden.

Als nächster großer Titel aus dieser Ecke gilt „Warhammer Online: Age of Reckoning” - laut EA erscheint es im September.

Die Grafik des Spiels erinnert auf den ersten Blick recht deutlich an den Millionenerfolg „WoW”. Inhaltlich ist es aber stärker auf Konfrontationen zwischen den Spielern ausgelegt: PvP - Player versus Player - laut das Stichwort.

Ein weiteres Online-Rollenspiel steht mit dem schon mehrere Male verschobenen „Chronicles of Spellborn” auf dem Plan. Und für „WoW” wird es mit „Wrath of the Lich King” eine Erweiterung geben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass im Rest der PC-Spiele-Welt Ebbe herrscht: So setzt EA mit „Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3” eine der erfolgreichsten Echtzeitstrategie-Serien fort. Vivendi Games hat „Starcraft II” angekündigt. Der Vorgänger des Weltraum-Strategiespiels genießt Kultstatus und hat sich in Südkorea zu einem regelrechten Volkssport entwickelt.

Ebenso verschrien wie beliebt sind Spiele, bei denen es vor allem mit reichlich Waffen den Gegnern an den Kragen geht. Als Höhepunkt des verbleibenden Jahres gilt hier sicher „Far Cry 2” von Ubisoft. Wie der Vorgänger soll auch der zweite Teil neben der actionreichen Handlung durch seine Grafik beeindrucken - die nun allerdings keine grüne Inselwelt, sondern afrikanische Landschaften zeigt.

Und nicht zuletzt gibt es neue Titel, mit denen niemand gerechnet hätte: „Ghostbusters - The Video Game” zum Beispiel. Gut 20 Jahre, nachdem sie im Kino aktiv waren, bringt Sierra die Geisterjäger jetzt mit einem Actionspiel auf den PC. Drehbuch und Dialoge wurden wie beim filmischen Vorbild von Dan Aykroyd und Harold Ramis geschrieben.

Die Handlung lehnt sich ebenfalls an Bekanntes an: Der Spieler hat die Aufgabe, Manhattan von Geistern und anderen seltsamen Wesen zu befreien. Die Atmosphäre mischt Humor mit ein wenig Grusel.

Aber bis „Ghostbusters” und die anderen Titel im Spätsommer und Herbst zu haben sind, bleibt noch genug Zeit, um im Biergarten und im Freibad ein wenig Abstand von den virtuellen Spielewelten zu gewinnen.