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München: Deutschlands schnellster Computer: Bald steht er in Jülich

München : Deutschlands schnellster Computer: Bald steht er in Jülich

Der schnellste Computer Deutschlands steht derzeit in Garching bei München. Aber nicht mehr lange.

Bei dem Superrechner handelt es sich um die so genannte SGI Altix 4700 des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, wie die Akademie mitteilt. Mit einer Spitzenrechenleistung von 62,3 Teraflops (62,3 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) ist der Höchstleistungsrechner den Angaben nach auch im internationalen Vergleich top: Laut einer aktuellen Rangliste der International Supercomputing Conference der schnellsten Rechner der Welt belegt er in Europa Platz zwei und weltweit Platz zehn.

Lange wird sich der bayerische Superrechner allerdings wohl nicht an Deutschlands Rechenspitze halten. Forscher in Nordrhein-Westfalen entwickeln einen Supercomputer mit über 220 Teraflops, der ab Herbst im Forschungszentrum Jülich zum Einsatz kommen soll. Mit dieser Leistung würde der Rechner weltweit auf dem zweiten Platz landen, hinter einem ähnlich aufgebauten Computer im amerikanischen Livermore.

Die bayerische SGI Altix 4700 erhielt erst kürzlich ein Upgrade von 4096 auf 9728 Prozessorkerne (Cores). Die bisherigen 4096 Intel Itanium2 Madison-Prozessoren wurden durch Intel Montecito-Doppelkern-Prozessoren ersetzt, bei denen jeder Prozessorchip zwei Rechenkerne enthält. Der Arbeitsspeicher wuchs den Angaben zufolge von 17 auf 39 Terabyte, der Festplattenspeicher von 300 auf 600 Terabyte. Dies sei ein guter Schritt auf dem Weg zum Petaflop-Computer (1 Petaflop sind 1 Billiarde Rechenleistungen pro Sekunde).

Im Gegensatz zu anderen Supercomputern, die nur für bestimmte wissenschaftliche Fragestellungen geeignet sind, wollen die Forscher die SGI Altix 4700 auf verschiedenen Gebieten nutzen. Geplant sind unter anderem Untersuchungen in Astrophysik, Materialforschung, Strömungsdynamik und Chemie.