Datenvolumen: Wie viel ist wirklich nötig?

Smartphone-Tarife : Datenvolumen: Wie viel ist wirklich nötig?

Das Smartphone als täglicher Begleiter ist längst kein Luxusgegenstand mehr. Auch wenn Geräte inzwischen ganze Monatsgehälter kosten, ist und bleibt die Nutzung moderner Handys für viele Deutsche ein absolutes Muss. Dass dabei je nach Nutzungsart große Datenmengen verbraucht werden, liegt auf der Hand. Ärgerlich, wenn das Volumen nicht reicht.

Ein Überblick hilft dabei, den persönlichen Bedarf zu finden.

Unter einem Gigabyte: Das Netz spielt keine große Rolle

Es gibt sie noch: Tarife, bei denen das Datenvolumen nicht im Vordergrund steht. Diese jedoch eignen sich kaum mehr für den durchschnittlichen Handybesitzer, denn laut Statistik nutzen rund 34,6 Prozent das mobile Internet täglich zwischen sechzig und mehr als 120 Minuten. Wer also braucht tatsächlich weniger als ein Gigabyte Datenvolumen pro Monat?

Hierbei dürfte es sich um Handynutzer handeln, für die das mobile Internet kaum eine Rolle spielt. Sie nutzen unterwegs weder soziale Netzwerke noch Streaming-Angebote und kommen mit der gelegentlichen Verwendung von Messenger-Apps auf einen vergleichsweise geringen Verbrauch. Auch kann die hauptsächliche Nutzung von W-Lan Verbindungen zuhause, auf der Arbeit oder an anderen öffentlichen Plätzen das Datenvolumen schonen. Wer also tagtäglich nur sehr kurze Zeit außerhalb fester Netzwerke verbringt, könnte mit etwa 500 Megabyte einen Monat über die Runden kommen.

Ein Gigabyte: Am unteren Rand des Durchschnitts

1.000 Megabyte entsprechen diesem Wert. Hier ist das mobile Netz in der Mitte der Gesellschaft angekommen, denn auch bei Online-Anbietern gilt der 1 Gigabyte Tarif als Bestseller. Dennoch ist dieses Datenvolumen nur für jene geeignet, die auf Apps und Anwendungen mit hohem Datenverbrauch verzichten. Smartphone-Besitzer, denen ein Gigabyte pro Monat reichen soll, müssten zusätzlich viel in W-Lan Netzwerken surfen.

Gelegentliches Nutzen von Apps wie YouTube oder Facebook deckt ein Gigabyte in aller Regel gut ab. Das gilt jedoch nur, wenn Nutzer das Anschauen von Videos im mobilen Netz nicht übermäßig stark betreiben. Insbesondere das bewegte Bild nämlich erhöht den Verbrauch immens. Bei YouTube beispielsweise verbraucht ein etwa zehnminütiges Video zwischen zwanzig und achtzig Megabyte. Wer also täglich eine halbe Stunde mit YouTube Videos beschäftigt ist, kommt monatlich bereits auf 600 bis 2.400 Megabyte.

Drei Gigabyte: Gut für die regelmäßige Nutzung

Mit drei Gigabyte sind Nutzer bereits sehr gut aufgestellt. Auch Menschen, für die das eigene Smartphone zum Alltagshelfer wird, kommen mit diesem Datenvolumen für gewöhnlich gut zurecht. Tägliches Surfen bei Facebook und Instagram, regelmäßiges Ansehen von YouTube Videos und auch ganz gewöhnliches Nutzen des mobilen Webbrowsers in einem durchschnittlichen Maß lassen sich mit 3.000 Megabyte gut abdecken.

Dennoch eignet sich auch dieses Volumen nicht für Smartphonebesitzer, die ihr Handy für praktisch "alles" nutzen. Streamen von Musik und Videos zum Beispiel sprengt den Rahmen schnell. Ausreichen kann das Datenvolumen, wenn Serien, Filme oder auch Musik per W-Lan heruntergeladen und dann offline genutzt werden können. Wer das regelmäßig tut und sich abgesehen hiervon zu den Vielnutzern zählt, kommt mit drei Gigabyte gut zurecht.

Fünf Gigabyte: Mehr Freiheiten ohne W-Lan

Ein Datenvolumen von rund fünf Gigabyte schenkt noch mehr Freiheit, wenn es um die Nutzung des mobilen Internets geht. Mit 5.000 Megabyte sind all jene gut beraten, die kaum Möglichkeiten haben, sich in W-Lan Netzwerke einzuwählen und stattdessen einen Großteil des Tages mobil in sozialen Netzwerken, auf Videoplattformen und per Browser surfen. Streaming aber ist hier nicht in vollem Umfang möglich.

Fünf Gigabyte sind auch empfehlenswert, wenn das Smartphone zusätzlich als Navigationsgerät und Ernährungsberater verwendet wird. Hier nämlich müssen meist binnen kürzester Zeit große Datenmengen abgerufen werden, die zusätzlich zu sonstigen Smartphone-Nutzung für einen gesteigerten Verbrauch sorgen. Wer darüber hinaus nicht nur Daten herunterlädt, sondern sein Profil bei Facebook oder Instagram aktiv mit Bildern und Videos füllt, wird mit einem Volumen von weniger als fünf Gigabyte nur schwerlich zurechtkommen.

Zehn Gigabyte: Perfekt für Streaming-Fans

Zehn Gigabyte pro Monat zu verwenden, klingt im ersten Moment viel. In Wirklichkeit jedoch kann diese Datenmenge schnell entstehen, wenn das eigene Smartphone so gut wie ausschließlich außerhalb von W-Lan Netzwerken und dazu in hohem Maße verwendet wird. Facebook, Whatsapp, Instagram, YouTube und einige Apps bilden für Vielnutzer dann nur die Basis, denn sie verwenden ihr Handy auch zum Streamen ohne vorherigen Download. Wie schnell die fünf-Gigabyte-Grenze dabei überschritten werden kann, zeigt ein Artikel von techbook.de, laut dem schon eine Stunde "Netflixen" ein Gigabyte benötigt.

Auch andere Streamingdienste sorgen laut Bericht für einen hohen Datenverbrauch. Amazon Video verbraucht pro Stunde 0,46 Gigabyte, eine Stunde Streaming bei Spotify bis zu 100 Megabyte und bei Apple Music kommen Nutzer pro Stunde gut und gerne auf rund 120 Megabyte pro Stunde. Wer also außerhalb eines W-Lan Netzwerks täglich nur eine Stunde Musik mit Spotify hört und dazu eine halbe Stunde Netflix nutzt, kommt an sieben Tagen auf einen Verbrauch von 4,2 Gigabyte. Dann wird es monatlich betrachtet sogar mit zehn Gigabyte eng.

(vo)
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