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Die digitale Welt: Das Ende des unkomplizierten Streamings?

Die digitale Welt : Das Ende des unkomplizierten Streamings?

Es ist ein Trauerspiel. Kaum haben Netflix und Amazon den Grauzonen-Plattformen einige „Kunden“ abtrünnig gemacht, da erfreuen sich illegales Streaming und Filesharing wachsender Zahlen. Dabei bieten die legalen Dienste im Gegensatz zu den halblegalen oder gar illegalen Stiefgeschwistern für relativ wenig Geld pixelfreie Qualität und rechtliche Sicherheit.

Offenbar reicht das nicht. Oder nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine entsprechende Studie des Netzwerkausrüsters Sandvine. Die Kernaussage: Beim Download-Traffic dominieren zwar Netflix, Amazon Prime und Youtube. Bei den Inhalten, die hochgeladen werden, ist BitTorrent führend – eine Plattform, auf der Nutzer Daten austauschen. Und zwar ganz bestimmt nicht nur private, niedliche (und legale) Katzenvideos.

Dabei sind die Menschen inzwischen durchaus bereit, für Streaming zu zahlen. Die Abozahlen steigen, es läuft prima für Netflix & Co. So prima, dass manches Unternehmen auch gern ein Stück vom Streaming-Kuchen abhaben will. Apple startet mit einem eigenen Dienst, ebenso wie Disney und Warner. Das bedeutet: Deren eigenen Inhalte werden in naher Zukunft von Netflix verschwinden.

Das gezielte Filmeschauen war bei Netflix und Amazon schon immer eingeschränkt. Das dürfte den illegalen Anbietern zugute gekommen sein – dort sucht man nämlich in der Regel gezielt. Bei Netflix ist das anders: Ich kann gucken, was dort angeboten wird, nicht unbedingt das, was ich möchte. Durch das Aufsplitten der Streaming-Dienste wird genau das Problem noch verstärkt. Niemand möchte acht verschiedene Abos haben, um die Marvel-Filme von Disney ebenso wie Warners „The Big Bang Theory“ sehen zu können, und so weiter.

Was bleibt also – der teilweise Verzicht? Eine denkbar schlechte Option. Besser: das Seriengucken mit Sozialem verbinden und die verschiedenen Streaming-Anbieter untereinander aufteilen. Montags Apple bei Tobias, dienstags Netflix bei Felix, mittwochs Disney bei Jenni. Das wäre doch mal was – zumindest für die Freundschaftspflege. Dem eigentlichen immer-und-überall-problemlos-und-unkompliziert-verfügbar-Ansatz der Streaming-Dienste widerspricht allerdings auch diese Option.