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Berlin: Breitbandausbau in Deutschland

Berlin : Breitbandausbau in Deutschland

Die Menschen in Deutschland haben in weiten Teilen die Möglichkeit, einen Internetanschluss zu bestellen, der über die Technik aus den Neunzigern mit analogen Modems und ISDN-Anschlüssen hinausgeht.

Aus dem sogenannten Breitbandatlas geht hervor, dass 99,9 Prozent aller Haushalte in großen Städten wie Berlin und Hamburg einen Netzzugang bestellen können, der mindestens eine Datenrate von einem Megabit pro Sekunde bietet. Diese Datenmenge gilt etwa als Mindeststandard für das „zeitsouveräne” Abrufen von Fernsehsendungen.

Auch einzelne Flächenländer wie Nordrhein-Westfalen sind mit 99,2 Prozent bereits nahezu lückenlos mit Breitbandanschlüssen an das Web versorgt. In den neuen Bundesländern liegt die Versorgung jedoch zum Teil deutlich unter 95 Prozent, wie in Mecklenburg-Vorpommern. Schon bei etwas schnelleren Bandbreiten von zwei oder sechs Megabit, die etwa für bessere Auflösungen der Videobilder sorgen, nimmt die Zahl der „weißen Flecken” im Breitbandatlas des Bundes schnell zu.

Drei Telekommunikationsunternehmen - die Deutsche Telekom, Vodafone und O2 - sind derzeit dabei, diese Lücken beim schnellen Web-Zugang mit dem Mobilfunkstandard LTE zu schließen. Sie haben sich bei der Ersteigerung der Frequenzen verpflichtet, bis Ende 2011 ein flächendeckendes Angebot vorzuhalten. LTE soll auf dem Land mindestens drei Megabit pro Sekunde bieten. In Städten stellen die Konzerne jedoch 50 bis 100 Megabit pro Sekunde in Aussicht. Dafür nutzen sie jedoch andere Frequenzen, die nur kurze Strecken überwinden können.

Diese Diskrepanz zeigt, wie privilegiert Städte beim Zugang zum Internet auch auf absehbare Zeit gegenüber Ortschaften bleiben werden. Ein Problem ist die Anbindung ländlicher Gebiete, Bergdörfer und einiger Inseln per Glasfaserleitung. Diese sind auch für den Aufbau der Netze mit LTE bis zu den Funkmasten nötig. Daher bieten einige Versorger auch an, das Internet per Satellit in die Haushalte zu bringen. Der Betreiber Astra will dafür Ende Juni sogar einen weiteren Satelliten ins All schießen und verspricht bis zu sechs Megabit pro Sekunde. Auch die Telekom bietet „DSL via Satellit” an und stützt sich dafür auf das Netz von Astra.