Kreis Düren: Die Zahl der Steinkäuze hat sich halbiert

Kreis Düren: Die Zahl der Steinkäuze hat sich halbiert

Auch wenn sich die Zahl der registrierten Jungvögel im Vergleich zum Vorjahr (75) auf 137 nahezu verdoppelt hat, sind die Steinkäuze im Kreis Düren weiter bedroht.

Zu diesem Ergebnis kommt Doris Siehoff aus Hürtgenwald, die sich seit vielen Jahren mit ihren Mitstreitern der in Bad Münstereifel ansässigen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) um die Steinkauz-Population an der Rur kümmert. „Die Zukunft der Steinkäuze ist unsicher. Ortsumgehungsstraßen und Bauplanungsabsichten der Städte und Gemeinden bedrohen ihre Lebensräume”, erklärt die Tierschützerin.

Wie ernst die Lage ist, belegt die EGE mit einer repräsentativen Stichprobe in 40 Dörfern im Kreis Düren. An den Stellen, an denen die Tierschützer im Frühjahr 1991 noch 100 rufende Steinkauzmännchen registriert hatten, fanden Doris Siehoff und ihre Mitarbeiter Achim Schumacher, Klaus Frankenberg im Frühjahr 2010 bei Anwendung derselben Untersuchungsmethoden nur noch 53. „Das ist ein Rückgang um fast 50 Prozent in weniger als 20 Jahren”, klagt Siehoff.

Neben den Bauaktivitäten machen die Tierschützer das mangelnde Interesse der Bevölkerung am Schutz der Obstbaumwiesen für den Rückgang der Population verantwortlich. Als typischer Bewohner des Eifelvorlandes und der Jülicher Börde bewohnt der Steinkauz vor allem die mit alten Obstbäumen bestückten Wiesen am Rande der Dörfer. Er benötigt die Baumhöhlen als Brutplatz, kurzrasige Weiden für die Jagd auf Mäuse, Nachtfalter und Regenwürmer.

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