Geilenkirchen-Niederheid: Die Weiber hält es nicht mehr auf den Bänken

Geilenkirchen-Niederheid : Die Weiber hält es nicht mehr auf den Bänken

Die Damensitzung der Süggerather „Spätlese” und der Heimgesellschaft der Selfkantkaserne ist das unbestrittene karnevalistische Highlight in Geilenkirchen. Die Terry-Fox-Halle auf dem Kasernengelände in Niederheid war am Sonntag wieder einmal bis auf den letzten Platz ausverkauft, und das „Frauenspektakel” wurde seinem Anspruch als Kult-Ereignis mit Großstadt-Flair gerecht.

Als beispielhaft sah die Mehrzahl der Besucherinnen das strikte Rauchverbot, das weder der Stimmung noch der Besucherzahl gegenüber den Vorjahren Abbruch machte. Wenn über 500 Frauen losgelassen werden, dauert es nicht lange, bis Stimmung aufkommt, und die machte sich schon beim Einmarsch der aktiven Narren lautstark bemerkbar.

Zuvor hatten sich viele „Mädels” bereits mit Kaffee und Kuchen oder Fritten und Wurst gelabt, um sich dann direkt im Anschluss verschiedenen alkoholischen Getränken zu widmen, die wiederum im Laufe des Nachmittags alle Hemmungen beiseite schoben. So mussten für die flotte „Weiberschar” Tische und Bänke als Tanzebene ebenso herhalten wie die Bühne und der ganze Saal, der Platz genug für 30 bis 50 Meter lange Polonaisen bot.

Moderator Ralf Sawitzki bemerkte schon bei seiner Begrüßung, dass die Frauen dem Ereignis entgegenfieberten, denn schon vor Beginn zeichnete sich die Atmosphäre durch stimmungsvolle Gesänge aus. Als dann die Karnevalisten, mit allem, was sie aufzubieten hatten, die Bühne bevölkerten, sprang der Funke sofort über. Hier stand zunächst das Dreigestirn der Spätlese im Blickfeld. Schon auf ihrem Weg bützten sich Prinz Kalli I. (Meyer), Bauer Kevin I. (Müllstroh) und Jungfrau Kevina I. (Arnold) erst einmal durch die spalierstehende Frauenschar, um anschließend die Küsschen auch von der Bühne aus ins Volk zu werfen.

Solomarie Lucia Gottschalk machte tänzerisch den Anfang. Sie wirbelte gekonnt über die „Bretter” und kam um eine Zugabe nicht herum. Aus Wegberg war „Solala” angereist, eine Stimmungsband, die seit Jahren die Veranstaltungen der Süggerather „Spätlese” bereichert.

Mit den „Zaubersternen” traten die jüngsten Akteure vor das Publikum und tanzten sich direkt in deren Herzen. Bauchredner Werner aus Euskirchen führte mit seinem „Dodo” lustige Gespräche, bevor die zwölf Mädels der „Young Generation” eine tolle Gardetanzdarbietung präsentierten. Weil bis zum nächsten Programmpunkt noch ein wenig Zeit vorhanden war, betätigte sich Walburga Speuser-Bolten als Sängerin. „Tante Luise” und Herr Kurt aus Bremen hatten ihren Badeteppich und Buchsbaum gleich mitgebracht.

Bei ihrer tollen Show mit viel Witz und Akrobatik bogen sich die Zuschauer vor Lachen, und diese wurden bei mehreren Kunststücken sogar noch mit einbezogen. Mit den „Süggerather Angels” stellte sich die nächste Tanzformation der Spätlese vor - und es sollte nicht die letzte sein. Die „Weiberschar” lag dann den coolen Typen der Männershowtanzgruppe „Rabatz” aus Randerath zu Füßen. Die Kerle brachten mit ihrem Auftritt die versammelten „Mädels” zum Toben. Absoluter „Star des Tages” war aber der TV-erfahrene Sänger „Nic”.

Natürlich begann er mit seinem ersten Erfolgshit „Ein Stern, der Deinen Namen trägt”. Der „Stern” war so erfolgreich, dass er sogar von DJ Ötzi gecovert wurde. Die Frauen in der Terry-Fox-Halle waren aus dem Häuschen, sie formierten eine Polonaise, die sich über die Bühne, quer durch den Saal und zurück in Bewegung setzte.

Nic schnappte sich kurzerhand „Klein-Julia”, und das junge Mädchen freute sich über die gemeinsame Einlage. Die finale Tanzgruppe der Spätlese, die „Starlets” präsentierten einen gekonnten Showtanz, für den es viel Applaus gab. Der „Singende Wirt” Helmut Schröder und sein „Kumpel” Ralf Schmitz sind absolute Stimmungsgaranten und heizten als „Der Eine und der Andere” den Damen noch einmal ordentlich ein. Als letzte Showtanzgruppe kam die 20-köpfige Formation „Stardust” von Germania Bauchem auf die Bühne.

Die Mädels glänzten mit einer von Trainerin Carola Kannengießer einstudierten Choreografie inklusive zahlreicher Hebefiguren. Ein nach ihrem Auftritt entstandenes „Vakuum” im Programmablauf überbrückte „Nic” freiwillig und „kostenneutral” mit seinen Liedern.

Die „Weisweiler” hatten sich aufgrund eines Autobahnstaus etwas verspätet. Aber nachdem sie die Selfkantkaserne erreicht hatten, bildeten die Musiker einen powervollen Abschluss einer hervorragenden Veranstaltung.