Aachen: Die Stadtteile zogen schon los

Aachen : Die Stadtteile zogen schon los

Am Wochenende vorm Rosenmontag, dem höchsten närrischen Feiertag, hatte der Karneval in den Aachener Stadtteilen Hochkonjunktur. Bevor sich heute der große Rosenmontagszug durch die Straßen schlängelt, haben bereits zehntausende Jecken den Wagen und Fußgruppen bei den Karnevalsumzügen in den Aachener Stadtteilen zugejubelt.

Bei trockenem und kaltem Winterwetter machten die Walheimer am Samstagnachmittag traditionell den Anfang. Ausgehend von der Prämienstraße schlängelten sich rund 15 Wagen und Fußgruppen durch den kleinen Ort. Man hatte den Eindruck, ganz Walheim sei auf den Beinen. Rund 250 Teilnehmer tragen jedes Jahr dazu bei, dass der kleine aber feine Zug für die Narren am Straßenrand gelingt.

Neben der gastgebenden Walheimer Karnevalsgesellschaft waren es vor allem die Vereine aus den Nachbarorten Brand und Friesenrath, die das stimmungsvolle Bild prägten. Verschiedene Fußgruppen und Wagen aus den umliegenden Ortschaften begeisterten die Besucher mit Musikbeiträgen und fantasievollen Kostümen.

Am Sonntag ging die Open-Air-Party dann bei strahlendem Sonnenschein in fünf Aachener Stadtteilen nahezu zeitgleich weiter. Der Richtericher Stadtteilzug stand ganz im Einfluss der 5x11-jährigen Jubiläumssession der ausrichtenden KG Koe Jonge. Mit dabei waren auch die Richtericher Clowns, der Instrumentalverein Richterich, die örtliche Arbeiterwohlfahrt, die Messdiener aus Orsbach und natürlich die Fußballer von Rhenania Richterich.

Die Pfarre St. Martinus präsentierte sich als „Arche Noah”. Neben den Koe Jonge stellte die KG Horbacher Freunde die meisten Zugteilnehmer und Wagen, unter denen die alte Straßenbahn der schönste weit und breit ist. Zum dritten Mal präsentieret sich eine Jugendgruppe mit 20 Leuten, die unter dem Motto „Vernarrt in Richterich” und mit lauter Musik für Stimmung sorgten. Mit sieben Wagen beendeten die Koe Jonge samt Kinderprinzen Luca I., der Kindertanzgruppe Icebreaker, der Showtanzgruppe Marangis und Prinz Jens I. den Stadtteilzug. Anschließend ging im großen Festzelt am Sportplatz Kaletzbenden die Post ab.

Sammelaktion

Der längste Stadtteilzug schlängelt sich jedes Jahr durch Brand. Von der Eckener Straße aus zog der närrische Lindwurm mit mehr als 60 Fußgruppen und Wagen in Richtung Freunder Landstraße über die Trierer Straße und endete an der Schwimmhalle. Die Brander Unterbähner hatten den Zug unter das Motto „De Trierer Stroß es noij jemat, drömm wäd dr Zoch net ömjelaat” gestellt. Zum 41. Mal sammelten sie Geld für Kinder in Not.

Die zurückliegenden Sammelaktionen ergaben für wohltätige Zwecke die stolze Summe von 364.564,45 Euro. Schirmherr der Sammelaktion 2011 ist Roland Schreiber, Leiter der Geschäftsstelle der Sparkasse Aachen in Brand, gesammelt wird für den Brander Jugendsport. „Die traurigen Hintergründe sind, dass durch Brandstiftung in den Sporthallen der Brander Gesamtschule und der Brander Marktschule erhebliche Schäden entstanden sind. Auch wurden Gerätschaften der Jugendabteilungen Brander Vereine so beschädigt, dass diese nicht mehr zu gebrauchen sind”, erklärt der Schirmherr.

Zahlreiche freiwillige Helfer sammelten entlang des Zugweges und die Sammelbüchsen füllten sich rasch. Auch Borussia Brand stellte passend dazu seine Fußgruppe unter das Motto „Der Feuerteufel kriegt uns nicht klein, denn wir sind ein toller Verein”. Weitere Hingucker in Brand waren die Mauerspechte und eine Vampirgruppe unter dem Motto „Biss zum Aschermittwoch”.

Die KG Nirmer Narrenzunft sorgt jedes Jahr dafür, dass der Karnevalsumzug in Eilendorf mit 30 Gruppen und rund 900 Teilnehmern zu einem ganz besonderen Erlebnis wird. Vor allem rund ums Ieledörper Rathaus drängten sich die Jecken, um Kamelle und Blumensträußchen zu ergattern. Die Großfamilie Grümmer kam mit einer Gruppe à la „Hänsel und Gretl”, der Förderverein des Kindergartens St. Severin war mit 40 Kindern unterwegs, die als „Severins” beziehungsweise „Severinchen” verkleidet waren. Besonderer Augenschmaus war eine Fußgruppe, die sich als Cocktails in Schale geworfen hatten.

Der Karnevalsumzug in Haaren stand unter dem Motto „Auch ohne Prinz geht´s Schlag auf Schlag, denn Hooreter Piraten sind op Zack!”. Die KG Hooreter Jonge unter Präsident Hans Kalz hatten sich dazu eine Menge einfallen lassen.

Bereits vor Zugbeginn fand in Haaren karnevalistisches Treiben statt. Jung und Alt erwarteten freudig den Start. Der Fanfarenzug Berlin-Friedrichshain, Haarener, Aachener und Alsdorfer Vereine gingen von der Haarbachtalstraße in Richtung Hüls über die Haarener Gracht bis hin zum Haarener Markt. Hier endete der Zug mit einem Standkonzert. Besonders auffällig war der Haarener Turnverein, der sich als „Schnüffeltrupp” verkleidet hatte. Die Firma „Stink und Stiefel”, die vor Ort jedermann bekannt sein dürfte, wurde närrisch aufs Korn genommen.

„Lietebösch alaaf!” hieß es beim Karnevalsumzug in Lichtenbusch, der von der KG Grün-Weiß Lichtenbusch organisiert wird. Mehr als 10000 Narren verfolgten den Zug zwischen Lichtenbusch und Oberforstbach. Unter den rund 20 Gruppen und Vereinen sind stets die Oberforstbacher Jonge, die Schützenbruderschaft St. Rochus und der Radsportverein Zugvogel 09.

Das Ende des 800 Teilnehmer starken Zuges bildete traditionell das bestens aufgelegte Lichtenbuscher Dreigestirn. Der TC Blau-Weiss hatte sich als „Jahrmarkt” kostümiert, viele Clowns prägten das Bild. Eine Privatgruppe hatte sich das Motto „Rosemaries Campingplatz” verliehen und zog mit Zelten, Campingwagen und allen möglichen Accessoires durch die Straßen.

Da der Zug vergleichsweise kurz ist, nutzten viele die Gelegenheit und schauten an anderer Stelle noch ein zweites Mal zu. Beim anschließenden Kostümball im Saal Kessel wurde ebenso fröhlich weitergefeiert.