Aachen: „Die Sicherheit der Radfahrer darf nicht stiefmütterlich behandelt werden“

Aachen : „Die Sicherheit der Radfahrer darf nicht stiefmütterlich behandelt werden“

Zum zweiten Mal findet der „Ride of Silence“ zum Gedenken an verunfallte Fahrradfahrer am kommenden Mittwoch in Aachen statt. Wir Hier hat mit dem Initiator Jan van den Hurk gesprochen.

Wir Hier: Was ist anders als im vergangenen Jahr?

Jan van den Hurk: Die Hintergedanken sind andere. Im vergangenen Jahr stand das Motto ‚Lasst uns aufeinander aufpassen‘ im Mittelpunkt. Jetzt sind wir natürlich immer noch für gegenseitige Rücksichtnahme. Aber: Es kann trotzdem etwas schiefgehen, nicht aus Böswilligkeit, sondern einfach, wenn jemand mal eine Sekunde nicht aufgepasst hat. Da hilft es nur, Straßen so aufzulegen, dass so eine Situation nicht tödlich endet. Das insgeheime Motto könnte also ‚Da muss sich etwas ändern‘ lauten.

Wir Hier: Was steckt neben dem Gedenken hinter dem Ride of Silence?

Van den Hurk: Wir müssen sichtbar bleiben, als Radfahrer und als potenzielle Opfer. Von der Übersichtlichkeit für Fahrradfahrer profitieren letztlich alle, da sie besser im Verkehr zurechtkommen. Wie gesagt: Es muss sich etwas ändern, und die Sicherheit der Radfahrer darf nicht stiefmütterlich behandelt werden — das ist nicht akzeptabel!

Wir Hier: Wo führt die Route in diesem Jahr lang?

Van den Hurk: Wieder über den Grabenring, vorbei an der Schanz, weiter auf dem Alleenring über die Jülicher Straße und den Hansemannplatz bis zum Markt. Insgesamt sind es ungefähr 14 Kilometer in gemütlichem Tempo.

Wir Hier: Rund 400 Menschen sind im vergangenen Jahr mitgeradelt, wie viele sind in diesem Jahr eingeplant?

Van den Hurk: Zum Glück gab es auch keinen so schlimmen Unfall wie damals kurz vor dem ersten Ride of Silence am Hansemannplatz. Themen kommen und gehen, und ich bin realistisch: 200 Menschen habe ich für dieses Jahr angemeldet. Aber natürlich versuchen wir, möglichst viele auf die Straßen zu bringen.

(mec)