Berlin / Kreis Heinsberg: Die neuen MdBs in Berlin: „Viel Neues“ und eine „spannende Erfahrung“

Berlin / Kreis Heinsberg: Die neuen MdBs in Berlin: „Viel Neues“ und eine „spannende Erfahrung“

Am Dienstag nahmen sie ihre nagelneuen, aber noch vorläufigen Abgeordnetenausweise in Berlin in Empfang: Wilfried Oellers aus Heinsberg, mit 53,4 Prozent am Sonntag souveräner Wahlkreissieger von der CDU, und Norbert Spinrath aus Geilenkirchen, der mit Platz 23 auf der Landesliste der SPD den Sprung in den Bundestag geschafft hat (die Liste zog bis Nummer 29).

Beide haben erstmals als Parlamentarier das politische Parkett in der Hauptstadt betreten — auch wenn ein gewählter Bewerber formell die Mitgliedschaft erst nach der Ergebnisfeststellung durch den Bundeswahlausschuss mit der Eröffnung der ersten Sitzung des Bundestages nach der Wahl erwirbt.

Im Fraktionssaal der Union: Wilfried Oellers am Dienstag in Berlin.

„Viel Neues, vor allem, was das Organisatorische angeht, aber auch sehr viel Harmonie und eine sehr positive Stimmung in den Gremien der Union“ — dies waren die Eindrücke von Wilfried Oellers an diesem Tag in Berlin. Noch am Montag war er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sara Philippen im Auto in die Hauptstadt gefahren.

Eindrücke im Parlament hatte er zuletzt schon sammeln können, als er Thomas Rachel über die Schulter schauen durfte. Der Dürener Abgeordnete hatte nach dem Rückzug von Leo Dautzenberg aus dem Bundestag den Wahlkreis Heinsberg seit Februar 2011 mit betreut. Doch am Dienstag gab es viele wissenswerte Informationen in geballter Form für die neuen Bundestagsabgeordneten.

An diesem Tag wurden aber auch bereits die Vorsitzenden gewählt — ­sowohl in der CDU-Landesgruppe NRW (Peter Hintze) als auch in der auf 311 Mitglieder angewachsenen CDU/CSU-Fraktion (Volker Kauder). Und Oellers gab dabei, wie er verriet, beiden seine Stimme.

Auch wenn er früher bereits mehrmals im Bundestag zu Gast war, den ­Gedanken daran, irgendwann einmal selbst als Abgeordneter dort zu sitzen, habe er dabei nie gehabt, sagte der Rechtsanwalt rückblickend.

Zwar ist Norbert Spinrath das politische Parkett generell nicht fremd, war er doch Ende der 90er-Jahre Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei und häufig als Delegierter bei Parteitagen der SPD dabei. Trotzdem fasste er seine Eindrücke vom Dienstag so zusammen: „Eine spannende Erfahrung — und sie macht richtig Lust darauf, in die Zukunft zu sehen und aktiv zu werden!“

Kurzfristig hatte er umdisponiert und war am Morgen von Düsseldorf aus nach Berlin geflogen, um auf jeden Fall rechtzeitig in der Hauptstadt einzutreffen. Mitglieder seines Teams, die im Kleinbus nach Berlin gereist waren, hatten (wie angekündigt) die im Wahlkampf vielfach eingesetzte „Rote Couch“ im Gepäck.

In der Fraktion sei einerseits die Enttäuschung spürbar gewesen, dass die SPD im Ergebnis hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben sei, andererseits aber auch die Freude ­darüber, dass die Fraktion auf 192 Köpfe angewachsen sei, so Spinrath.

Eine Frage habe im Mittelpunkt gestanden: „Wie geht es weiter?“ Doch bis zum Parteikonvent am Freitag in Berlin solle es keine öffentlichen Verlautbarungen geben, wollte sich Spinrath keine Tendenzen entlocken lassen. Kein Geheimnis machte er hingegen aus seinem Votum bei der Wahl des Fraktionsvorsitzenden: Auch er habe für Frank-Walter Steinmeier gestimmt.

(disch)
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