Köln: Die Narren bekommen den Blues: Karneval geht zu Ende

Köln : Die Narren bekommen den Blues: Karneval geht zu Ende

Jetzt ist die Schunkelei vorbei - die fünfte Jahreszeit geht zu Ende. In Düsseldorf wurden am Dienstag die in wochenlanger Arbeit aufgebauten Rosenmontagswagen abgewrackt, in einigen Karnevalstraditionen sollten in der Nacht zum Mittwoch Fastnachtsfiguren wie der Nubbel verbrannt werden.

Mit Hilfe von Hammer, Brechstange und Bagger zerlegten die Düsseldorfer Narren ihre Motivwagen aus Papier und Draht. „Ein nettes Ritual”, kommentierte Wagenbauer Jacques Tilly, der auch mitmachte. Beim Rosenmontagszug in Düsseldorf hatte er unter anderem mit einem Wagen zu dem Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo” für Aufsehen gesorgt.

Tilly sieht die Karnevalisten in der Pflicht, das hohe Gut der Meinungsfreiheit zu verteidigen: „Wir leben in Freiheit und können unsere Meinung sagen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie die Attentate zeigen”, sagte er der „Rheinischen Post”.

Die Düsseldorfer verschrotteten, die Mönchengladbacher feierten. Zig tausend Narren schunkelten sich beim Veilchendienstagszug in Mönchengladbach warm. Unter dem Motto „Gladbach hat auf jeden Fall nen saaagenhaften Karneval” zogen rund 70 Festwagen und knapp 4000 kostümierte Narren durch die niederrheinische Stadt.

Kurz vor Karnevals-Ende kam der Dortmunder Polizeipräsident zu zweifelhaften Ehren: Der alternative Ruhrpott-Karneval „Geierabend” erkannte Gregor Lange den unbeliebten Schrott-Orden „Pannekopp” zu - weil er gegen Demokraten ermittle, die sich am Kommunalwahlabend im Mai 2014 vor dem Rathaus anstürmenden Nazis entgegengestellt hätten.

Die jecke Zeit ist noch nicht ganz vorbei, da haben die Kölner Narren schon ihr Motto für die nächste Session festgelegt. „Mer stelle alles op der Kopp” versprechen die Jecken für 2016. Alle Jecken seien gleich und stellten den Alltag auf den Kopf, stellte das Festkomitee Kölner Karneval am Dienstag fest. Das Motto lade dazu ein, mal verrückte Dinge zu tun.

Und eine karnelvalistische Rechnung war noch offen: Bei Twitter hat sich das Kölsche „Alaaf” deutlich gegen das „Helau” aus Düsseldorf und Mainz durchgesetzt. Eine Düsseldorfer Media-Agentur hat nachgezählt: „Alaaf” war demnach als Wort und Hashtag mit 17 416 Twitter-Erwähnungen beliebter als „Helau” mit 11 243 Tweets.

Am Aschermittwoch ist dann endgültig alles vorbei: Die Düsseldorfer werden den Hoppeditz verbrennen und beerdigen.

(dpa)