Aachen: Die meisten deutschen Zeitungen ignorieren diesmal die Festsitzung

Aachen : Die meisten deutschen Zeitungen ignorieren diesmal die Festsitzung

Die Resonanz auf die Aachener Festsitzung in den deutschen Medien: Sie ist nicht vorhanden, gering bzw. in der Kritik durchwachsen. Doch zweifelsfrei am schmerzlichsten ist die große Anzahl der Zeitungen, die die Ritterschaft von Air-Berlin-Chef Joachim Hunold gänzlich ignoriert haben.

Dazu zählen unter anderem Medien wie etwa Frankfurter Allgemeine, Süddeutsche Zeitung, Welt, Express oder auch die Westdeutsche Zeitung.

Stattdessen widmete sich am Montag der Deutsche Journalistenverband (DJV) der Festsitzung und geißelte das Product-Placement von Air Berlin in der Live-Sendung. „Zum jetzigen Zeitpunkt wollen wir das nicht kommentieren”, so AKV-Sprecher Torsten Peters.

Die Fluglinie des Ritters ist im Gespräch, auch langfristig einer der AKV-Sponsoren zu werden. Bereits in diesem Jahr ließ sich Air Berlin nicht lumpen - und sponserte die närrische Ehrung ihres Chefs.

Hier einige der wenigen Pressestimmen zur Sitzung: Die Frankfurter Rundschau begnügte sich mit 17 Zeilen aus der Vorankündigung des närrischen Events.

Die Bildzeitung attestiert dem Ritter (nur in ihrer Regionalausgabe), „nicht wirklich ein närrischer Höhenflug” gewesen zu sein und kommentiert eine Redepassage von Laudator Friedrich Merz als Feuerwehrmann: „Wir haben immer Angst, dass Niki Lauda selbst am Steuerknüppel sitzt. Seit er Partner von Air Berlin ist, wird im Landeanflug schon die Feuerwehr gerufen.”

Ob die „im Saal sitzende, durch den Feuer-Unfall gekennzeichnete Rennfahrerlegende das auch so lustig fand”, fragt das Boulevard-Blatt? Der Berliner Tagesspiegel schreibt - immerhin sehr ausführlich - von „einem zeitweise etwas dahinplätschernden Abend”. Zurückhaltend stellt das ostbelgische Grenzecho aus Eupen fest: „Hunold löste im Eurogress keine närrischen Turbulenzen aus.” Einzig die Rheinische Post erlebte die Ordensverleihung „in überwiegend blendender Stimmung” und schreibt: „Zum Glück gab es keine Gefahr eines närrischen Absturzes.”

Auch beim Aachener Karnevalsverein (AKV) selbst hielt sich am Montag der Jubel naturgemäß in Grenzen. „Aber Kritik ist dazu da, es beim nächsten Mal besser zu machen”, sagte Torsten Peters, nachdem Präsident Dieter Bischoff und sein Vize Ulrich Wellen am Montag „aus beruflichen Gründen” keine Stellungnahme abgeben konnten. Peters räumte auf Nachfrage unserer Zeitung immerhin ein: „Wir haben die Zeit überzogen und mussten wichtige Programmteile herausnehmen, was der Geschichte der Sitzung geschadet hat.”

Wer könnte neuer Ordensritter werden?

Haben Sie eine Idee, liebe Leserinnen und Leser? Wer könnte Ordensritter(in) „Wider den tierischen Ernst” 2008 werden? Spielen Sie Elferrat des AKV - und versuchen Sie, zündendere Preisträger zu finden.

Gesucht wird satzungsgemäß eine Persönlichkeit, die „Humor und Menschlichkeit im Amt” bewiesen hat. Im Umgang mit der Auflage „im Amt” wurde der AKV flexibler als früher, weil die Auswahl unter Politikern als mögliche Ritter immer geringer geworden ist.

Nicht in Frage kommen Preisträger aus dem Aachener Raum (zum Beispiel Ulla Schmidt) sowie Medienprofis, für die Humor und Menschlichkeit zum Rüstzeug gehören müssen.

Schicken Sie uns - natürlich mit ausführlicher Begründung - Ihren persönlichen Favoriten für die Ordensverleihung 2008. Schreiben Sie uns: Zeitungsverlag Aachen, Stichwort „Ritter 2008”, Postfach 500210, 52086 Aachen oder Email: mailto:redaktion@zeitungsverlag-aachen.de oder Fax: 0241/5101-360.