Würselen: Die Mädels haben schlaflose Nächte

Würselen : Die Mädels haben schlaflose Nächte

Sie ist und bleibt der Höhe- und Schlusspunkt im Sitzungskarneval der Düvelstadt, die traditionelle Sitzung „für Damen, von Damen” der KG „Au Ülle” in der Aula an der Klosterstraße. Mehrere Stunden machten prächtig kostümierte „Mädels” - bestens karnevalistisch aufgelegt - den Bär los.

Was sie für eine Kondition an den Tag legten! Da konnten die „Herren der Schöpfung” nur vor Neid erblassen. Unermüdlich wurde gesungen, geschunkelt und geklatscht, was das närrische Zeug hielt. Dabei jagte im „Ülle”-Programm ein Knüller den anderen, von Füllern keine Spur.

Feuertaufe bestanden

Souverän zog Sitzungspräsidentin Astrid Kever mit ihrem ebenfalls vornehm in den „Ülle”-Farben befrackten Elferrat die Fäden auf der Bühne. Und bestand ihre Feuertaufe mit Bravour. Wen wundert´s? Ist sie doch vor allem väterlicherseits karnevalistisch vorbelastet. Ehrenpräsident Dieter Pütz applaudierte genauso wie ihre Vorgängerin Ellen Hahn, die zwölf Jahre lang die Damensitzung präsidierte.

Manni rockt

Nach dem Aufmarsch der Violetten unter den Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden” machte Ülle-Präsident Achim Mallmann, als er die erwartungsvoll gestimmten Närrinen im Saal erlebte, keine langen Worte. Er machte rasch die Bühne frei für die Tänze der Kinder- und Jugendgarde im soften Lila beziehungsweise im feschen blauweißen Matrosenlook.

Ganz nach dem Motto „Mer send at emmer jähn Clowns gewäss” ließen die „Inde Singers” als Eisbrecher das Stimmungsbarometer schon früh weit ausschlagen. Wie auch später das große Vorbild Martina Felix war Jugendmarie Larissa Kever tänzerisch eine Augenweide. Oma Brigitte Pütz strahlte mit ihr um die Wette.

Mit der holden Weiblichkeit rockte Manni - diesmal ohne chromblitzendes Zweirad - durch die weite Witzewelt und landete dabei einen Treffer nach dem anderen. Das strapazierte Zwerchfell ließ grüßen.

Premiere bei den „Mädels” feierte der smarte Sänger Torben Klein. Er verzückte die jecken „Weibsbilder” mit seinen Stimmungshits á la „Höhner” und gab den Sternen in Nick-P.-Manier ihren Namen. Die Hütte brannte lichterloh!

Dass das Herrenballett der Ülle stimmungsmäßig noch einen draufzusetzen vermochte, spricht für die tänzerisch verrückten Herren der Schöpfung. Ihre Abba-Revival-Show war so umwerfend, dass sie den Mädels schlaflose Nächte bereitet haben dürfte. Zum Verschnaufen blieb keine Zeit. Die „Amigos”, die in der Kaiserstadt von Erfolg zu Erfolg eilen, stellten mehrstimmig ihre Qualitäten mal fetzig-ausgelassen und mal besinnlich heiter in Öcher-Manier unter Beweis. „Wer send stolz op üch, Mädchere” geizten sie nicht mit Komplimenten. Nicht ganz ohne Eigennutz, flogen ihnen doch ihre Herzen nur so zu.

In galaktische Sphären

Tänzerisch überzeugend bereitete Mariechen Martina (Felix) den Boden für den Kabarettisten Jürgen Beckers. Obwohl die Stimmung schon mächtig angeheizt war, vermochte er sich bei den Damen auf seine jecke Art Gehör zu verschaffen, mit Vierbeiner Hektor an seiner Seite.

Das Bad in der Menge genossen die gesammelten düvelstädtischen Tollitäten, Stadtprinz Gerhard I., aus Bardenberg Uwe I. mit Bauer Guido Schings und Jungfrau Antonia sowie Prinzessin Anita I. aus Weiden, die erstmalig bei einer Sitzung gemeinsam ihre Aufwartung machten. Angeführt von KWK-Präsidentin Renate Worms entfaltete sich auf der Bühne die ganze Pracht vaterstädtischen Karnevals.

Die nächste Überraschung wartete schon, „Les Papillons” aus der Landeshauptstadt, die eine witzige Travestie-Show, bisweilen auch mit hintergründigem Unterton, abzogen.

Schließlich entführten die Ülle-Damen noch mit ihrem Showtanz in galaktische Sphären, bevor die Gruppe „Zollhuus extrascharf” (Düren) ein nicht minder stimmungsvolles Finale einläutete. Musikalisch stets auf der Höhe des Geschehens war die Kapelle „Los Jon”.