Berlin/Aachen: Die letzte „AKV-Dienstreise” für Dirk von Pezold

Berlin/Aachen : Die letzte „AKV-Dienstreise” für Dirk von Pezold

In der Wartehalle des Berliner Flughafens Tegel rauchen die Köpfe. Zigarettenqualm ringelt sich zwischen müden Köpfen empor bis in den Sog der mühsam werkelnden Klimaanlage.

Der Präsident fehlt, der Präsident ist noch nicht da. Die Elferräte des AKV warten auf ihr Oberhaupt. Im Lufthansa-Flug LH 1619 von Köln/Bonn Richtung Bundeshauptstadt fehlt Dr. Dirk von Pezold, schwebt direkt aus dem Geschäftsalltag ein.

Dann ist er da, zu seiner letzten „Dienstreise” als AKV-Präsident. Locker und gelöst schlendert von Pezold aus dem Zollbereich. Wenig später erzählt er mit ruhiger Stimme: „Man geht die Sache nun wesentlich lockerer an.”

Es ist seine letzte Session an der Spitze der Karnevalisten, seine letzte Ordensverleihung, seine letzte Moderation und nicht zuletzt seine letzte Pressekonferenz.

Das Ambiente ist fantastisch: „Ein Glücksfall”, betont von Pezold, der Charme der ausgedienten Abspannanlage - dem Ort des Geschehens - hat sich auf die AKVler übertragen. Das einmal geprobte Boxenspiel zur offiziellen Vorstellung des neuen Ordensträgers funktioniert prima.

Flankiert von zwei Schönheiten aus der Ballettschule Markus Wolters - die Blondinen Annette und Anni - spielen sie den närrischen Boxenstopp. Dabei hocken die Herren Minuten zuvor noch andächtig vor einem TV mit einer Endlosschleife flimmernder AKV-Fernsehgeschichte. Vergangenheit, vergessen, nun zählt die Gegenwart mit Wendelin Wiedeking. Ein würdiger Start für einen tollen Ordensritter.

Der Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Die „böse” Überraschung des AKV meistert der Porsche-Vorstandschef mit Bravour. Sakko aus, Werkzeug her und rasch montiert der neue Ritter des Ordens wider den tierischen Ernstes an der Achse einer Seifenkiste.

Sicher, zielstrebig, routiniert und vor allem gut gelaunt. Christian Mourad ist jedenfalls begeistert. „Absolut menschlich, herzlich, natürlich. Bisher ist es ganz knackig mit ihm gelaufen”, freut sich der AKV-Geschäftsführer. Dirk von Pezold kennt Wiedeking seit 20 Jahren - geschäftlich.

Und schätzt den Geschäftsmann, Menschen und Ordensritter Wiedeking gleichermaßen: „Er ist so, wie er sich präsentiert hat.” Und: „Er läuft nicht mit bitterer Miene durch die Weltgeschichte. Ihm sieht man an, dass er Spaß an seinem Job hat.”

Der Spaß am Job hat in gleichermaßen beliebt gemacht bei Mitarbeitern und Kollegen. Nur ein „tierisch ernstes” Problem birgt der neue Ordensritter: „Bisher war es meist so: Die Menschen werden Ordensritter und machen dann Karriere.

Das geht diesmal wohl nicht mehr”, lächelt Dirk von Pezold. Und auch das gesangliche Talent Wiedekings wird dem Publikum in Saal und im TV (16. Februar, 20.15 Uhr, ARD) erspart bleiben. Ein Westfale singt erst nach fünf Bier und bei lauter Musik.

Die Sitzung verspricht Power, PS und Tempo. Zu Ehren Wiedekings und des ausscheidenden Moderators wird das Gaspedal aufs Bodenblech gedrückt. „Jeck im Ring mit Wiedeking” soll es werden. Eine Rennstrecke und einen Außenreporter wird es geben.

„Ein tolles Programm mit vielen Namen, die man sonst nicht in der Bütt sieht”, verspricht der AKV. Punkt. Mehr wollen die Programmmacher Mourad und Claus Schmitz nicht verraten. Dirk von Pezold will all dies noch einmal „einfach genießen”.

Es sei etwas ganz besonderes, die Vorfreude auf die finale Sitzung schwillt an. Wehmut? Furcht? Angst? „Ganz und gar nicht. Sonst hab ich schon mal Angst um die Stimme - diesmal ist es nichts als Vorfreude.” Und die Entscheidung aufzuhören sei nun einmal im Kopf gefallen - und die ist unumstößlich!