Städteregion: Die „Kult.Tour” macht in fünf Euregio-Bahnhöfen Station

Städteregion: Die „Kult.Tour” macht in fünf Euregio-Bahnhöfen Station

Für Pé Diederen ist es eigentlich nichts anderes als die Sache mit dem Berg und dem Propheten: „Wenn die Leute nicht zur Kultur kommen, muss die Kultur eben zu den Leuten kommen!”

Der Kulturdezernent der Stadt Heerlen sieht großes Potenzial in einer ungewöhnlichen Aktion, bei der Bahnhöfe zu Kulturtempeln und Zugreisende zu Ausstellungsbesuchern werden sollen.

„Kult.Tour” ist das Event überschrieben, das erstmalig am Samstag, 3. Oktober, stattfindet. Und zwar zeitgleich in den Städten Aachen, Eschweiler, Herzogenrath, Alsdorf und Heerlen. Genauer: In deren Bahnhofsgebäuden, die an der Strecke der Euregiobahn liegen.

Bilder, Skulpturen, Installationen und Multi-Media-Shows sollen von 14 bis 18 Uhr nicht bloß die erfreuen, die ohnehin kulturbeflissen sind. Vor allem jene sollen in Berührung mit Kunst kommen, die eigentlich bloß einen Zug erreichen wollen. „Das Erreichen wollen wir ihnen an diesem Tag aber erschweren”, sagt der Journalist Wolfgang Deutz, der die Aktion mit Petra Baur von der Stadt Herzogenrath und Professor Fritz G. Rohde, Vorsitzender des Forums für Kunst und Kultur Herzogenrath, ersonnen hat. „Die Kunst, die wir bieten, soll so gut sein, dass mancher freiwillig einen späteren Zug nimmt - bloß, um sie genießen zu können.”

Man kann aber auch anders an die Sache herangehen. Gezielt nämlich. Ein besonderes Ticket soll am Aktionstag angeboten werden, mit dem Kunstfreunde zum günstigen Tarif und in Gruppen von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort gelangen können. Der Eintritt ist an allen Bahnhöfen frei.

Ob wirklich alle fünf binnen vier Stunden erreichbar sind? Wohl kaum. Doch soll die Verbindung von Kunst und Schiene vor allem ein Impuls sein, sich überhaupt mit Kunst auseinanderzusetzen. Deutz: „Was wir anbieten wollen, ist ein Schnuppertag, der Lust auf mehr macht.” Symbolträchtig ist das Ganze obendrein.

Das grenzüberschreitende Projekt soll für das Miteinander in der Städteregion und der Euregio stehen. Kulturell wie infrastrukturell. Deutz: „Wir zeigen damit auch die kulturelle Vielfalt und die Weiterentwicklung der Verkehrswege.”