Kreis Heinsberg: Die CDU will Vielfalt in der Landwirtschaft

Kreis Heinsberg: Die CDU will Vielfalt in der Landwirtschaft

Deutlicher kann ein Wahlergebnis nicht sein: Alle 32 abgegebenen Stimmen, also 100 Prozent, konnte Josef Schmitz bei der Wiederwahl zum Vorsitzenden des Agrarausschusses im CDU-Kreisverband Heinsberg als einziger Kandidat auf sich vereinigen.

Zur Seite stehen dem alten und neuen Vorsitzenden als Stellvertreter auch weiterhin Bernhard Conzen und Toni Nießen. Als Schriftführer wurde Peter Hahn wiedergewählt. Alle Wahlen endeten einstimmig.

Rückmeldungen sehr wichtig

Der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete der CDU, Bernd Krückel, der als Wahlleiter fungierte, hob in seinem Grußwort hervor, dass der Kreisvorstand über Josef Schmitz als Mitglied und Bernhard Conzen als Gast kontinuierlich Rückmeldungen aus der Landwirtschaft erhalte, die ihm sehr wichtig seien. Sie seien Garanten dafür, dass die berufsständischen Interessen der Landwirte auf Ebene der Kreis-CDU stets Berücksichtigung fänden. Ansonsten sparte Krückel nicht mit Kritik an der rot-grünen Landesregierung. Sie habe das Rad zurückgedreht, bei all dem, was die Vorgängerregierung auf den Weg gebracht habe.

In die gleiche Kerbe schlug Christina Schulze Föcking, CDU-Landtagsabgeordnete aus Steinfurt, die selbst Landwirtin ist. Im Düsseldorfer Patrlament gehört sie dem Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an. Landwirtschaftspolitik und Politik für ländlichen Raum seien wichtig, da dort 60 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen leben würden, betonte sie zu Beginn ihres Vortrags. Rund die Hälfte der Fläche von NRW werde landwirtschaftlich genutzt, und jeder achte Arbeitsplatz hänge an der Landwirtschaft. Landwirte seien nicht nur als Erzeuger hochwertiger Nahrungsmittel aktiv, sondern darüber hinaus auch in der Pflege der Kulturlandschaft.

Gleichbehandlung gefordert

Dem nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsminister Johannes Remmel von Bündnis 90 / Die Grünen warf sie vor, sich zu einseitig für Öko-Betriebe zu engagieren. „Ich fordere, dass er Minister für alle Landwirte ist und nicht nur für eine Gruppe”, betonte sie. Die CDU wolle Vielfalt in der Landwirtschaft: große und kleine Betriebe sowie eine biologisch orientierte und eine konventionelle Landwirtschaft. „Wir wollen Gleichbehandlung aller Betriebe und Erzeugungsformen.” Remmel sei demgegenüber kein Sachwalter der gesamten Landwirtschaft. „Er bedient grüne Klientel und betreibt Populismus”, sagte Schulze Föcking. „Grüne wollen alles und alles gleichzeitig: mehr Ökolandbau, mehr Umweltschutzzonen, mehr erneuerbare Energien.” Aber genau dadurch werde der Landwirtschaft Boden entzogen.

„Wir leben mit unseren Tieren”

Besonders kritisch sah sie schließlich den Gesetzentwurf zum neuen Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine. „Damit werden Landwirte unter Generalverdacht gestellt. Das ist nicht hinnehmbar.” Zukünftig sei damit gegen jeden Tierhalter bei vermutetem Verstoß gegen Tierrechte eine Klage möglich. „Aber wir Landwirte leben nicht nur von, sondern mit unseren Tieren! Wir haben ein Interesse an gesunden Tieren und artgerechter Haltung”, erklärte sie und erntete in der Versammlung einhellige Zustimmung.

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