Die 10 beliebtesten wallonischen Spezialitäten

Top-Ten für Gourmets: Region für Leckerschmecker: Wallonische Spezialitäten

So lässt es sich leben: Zum Klosterbier gibt es Käsewürfel, zum Kaffee immer Kekse oder Schokolade. Nahezu auf jedem Bistrotisch ein gepflegtes Trappistenbier. Aus wallonischen Backstuben und Ateliers kommen Pâtisserien und Pralinen von Weltruf, Reisfladen, Mangoldkuchen und Waffeln.

Auf der herzhafteren Seite locken intensiv duftende Käse mit Birnen- und Apfelsirup, Ziegenkäse mit Honig und Ardenner Schinken. Und das ist nur der Anfang…

Bier

Die wegen ihres Quellwassers privilegierte Wallonie ist reich an charaktervollen Bieren: neben den berühmten Trappistenbieren Chimay, Rochefort und Orval sind es vor allem Spezial- und Abteibiere in den Varianten hell (blonde), doppelt (double) oder dreifach (triple), je nach Rezept, Gärung und Malzgehalt.

Schokolade

Die Wallonie — ein Universum süßen Konfekts. Klein- und Handwerksbetriebe, welche die Schokolade und vor allem Pralinen größtenteils noch von Hand traditionell verarbeiten und ein Produkt aus erlesenen Rohstoffen durch ihr Können und ihre Kreativität einzigartig machen, erlangen nicht selten weltweites Renommee.

Ardenner Schinken

Die überlieferte tausendjährige Tradition des monatelangen Reifungsprozesses ist noch heute der Garant für seinen unverwechselbaren Charakter, die rustikale Würze und den intensiven Geschmack. Er ist ein kontrolliertes, geschütztes Qualitätsprodukt (AOC). Geräuchert wird beispielsweise nach traditioneller Methode über Buchenholz aus den Ardennen und mit Wacholderbeeren.

Film: Die Wallonie – zum Anbeißen nah!

Pommes Frites

Angeblich im wallonischen Dinant erfunden, sind die belgischen Pommes ein Nationalsymbol. Durch ihre Zubereitung mit Rinderfett (blanc de boeuf) und das Vorfrittieren erhalten sie ihren unvergleichlichen Geschmack, der durch die Würze einer Vielzahl von Soßen ein ebenso einfacher wie köstlicher Gaumenschmaus zum Finger lecken wird.

Käsespezialitäten

Es gibt in der Wallonie nicht nur eine große Biervielfalt, sondern auch hunderte verschiedene Käsespezialitäten. Käsereien auf dem Land produzieren hochkarätige Naturprodukte wie den Herver Käse (AOP) oder Hofziegenkäse, an dem kein Sternekoch vorbei kommt. In Abteien produziert man mit Bier veredelten Käse wie den von Maredsous, Chimay oder Rochefort. A propos — In der Wallonie weiß man schon lange, dass nicht nur Wein zu Käse passt, sondern dass auch Bier hier als ganz hervorragender Begleiter harmoniert.

Sirup

Doch auch Lütticher Sirup aus Apfel- und Birnenkraut aus der Region von Aubel geht eine köstliche Affäre mit Käse ein, allen voran mit seinem Nachbarn, dem intensiv duftenden Herver Käse. Sirup ist ein gesundes Naturprodukt und eignet sich ganz vorzüglich auch zum Verfeinern von Saucen, etwa in den berühmten Lütticher Fleischklößen in Sirup-Sultaninen-Sauce (Boulets à la liégeoise).

Wein, Wacholder, Whisky und Co.

Die Wallonie war schon vor hunderten von Jahren ein Weinanbauland. Diese lange verloren gegangene Tradition erlebt heute eine Renaissance, vor allem im Tal der Maas, aber auch im Lütticher Raum. Man frönt hier aber auch der Kunst des Destillierens. Während in Lüttich der Wacholderschnaps „Peket“ so etwas wie ein Nationalgetränk ist, mit eigenem Volksfest, feiert man in der Provinz Luxemburg seit Jahrzehnten den Maitrank. „Eau de Villée“, ein exzellentes Zitronendestillat, ist das Aushängeschild der renommierten Distillerie de Biercée. In der Brennerei Radermacher im grenznahen Raeren wird Töpfergeist und hauseigener Whisky hergestellt. Belgischer Whisky ist groß im Kommen und sahnt bereits international Preise ab wie der Belgian Owl, ein 100% belgischer Single Malt aus dem Raum Lüttich.

Torten und Fladen

“Niemals zum Sattessen, aber immer zum Vergnügen”, heißt die Devise der Bruderschaft des legendären Reisfladens in Verviers bei Lüttich. Der „blanque dorêye“, wie er im Vervietoiser Dialekt heißt, zergeht zart-cremig auf der Zunge und enthält nur beste Zutaten. Die Wallonen sind wahre Meister im Backen von Torten und Fladen, mal mit Obst, mal mit Frischkäse wie bei der Maquée. Und sie lieben ihre Traditionen. In Wallonisch Brabant beispielsweise, in Nivelles, der Stadt der Heiligen Gertrudis, wird den Bäckern des berühmten warmen Salzkuchens „Tarte al Djote“ aus Käse und Mangold alljährlich ein Qualitätslabel in Form von Sternen verliehen.

Couques de Dinant

Die Couques de Dinant sind eine Art Printen-Gebäck aus einer raffinierten Mischung von Weizenmehl und Honig. Die traditionelle Kunst (bereits im 15. Jahrhundert bekannt) der besonderen Backtechnik bleibt das Geheimnis der „Couques de Dinant“. Sie werden verziert mit Motiven u.a. der Dinanteser Geschichte. Die Figuren stammen von Holzformen aus Birnbaum, Nussbaum oder Buche.

Lütticher Waffeln

In der Altstadt von Lüttich befindet sich einer der letzten echten Waffelbäcker: Eric Michaux mit seinem winzigen Laden "Une Gaufrette Saperlipopette" in der Rue des Mineurs. Das Geheimnis der Lütticher Waffel ist der Geschmack des karamellisierten groben Hagelzuckers im Teig. Unwiderstehlich!

Und hier das Rezept!

(pr)