Aachen: Der „liebe Nicolas” hält Angela die Festrede

Aachen : Der „liebe Nicolas” hält Angela die Festrede

Sollte es jemals Zweifel gegeben haben, dass es am 1. Mai rappelvoll wird im Krönungssaal, so sind sie jetzt endgültig behoben: Angela Merkel erhält den Karlspreis, Nicolas Sarkozy hält ihr die Laudatio.

Am Freitag konnte das Karlspreisdirektorium offiziell mitteilen, dass der französische Staatspräsident für die große Festrede am Tage Christi Himmelfahrt gewonnen werden konnte.

Wunschkandidat der neuen Preisträgerin war der Mann aus dem Elysée-Palast ohnehin. Noch am Abend des 13. November, als die Aachener in Berlin anriefen und ihr den Preis antrugen, war auch über den möglichen Laudator gesprochen worden - und gegen den „lieben Nicolas” hatte die Bundeskanzlerin aber auch gar nichts einzuwenden. Also wurde der französische Botschafter Bernard de Montferrand eingeschaltet, um eine Zusage aus Paris zu erreichen.

Jetzt meldete sich Montferrand telefonisch bei OB Jürgen Linden und teilte mit: Sarkozy komme gern und empfinde es als Ehre, für „seine gute Partnerin Angela Merkel” die Laudatio zu halten. Linden gegenüber den „Nachrichten”: „Das ist ein weiteres schönes Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft.”

Die auch ihren Belastungen ausgesetzt sei, wie am Freitag Direktoriumssprecher Prof. Walter Eversheim betonte, wie es in der Politik überhaupt normal sei, „gegensätzliche Positionen” zu vertreten.

Anspielend auf jüngste Verstimmungen zwischen Paris und Berlin, kann sich Eversheim vorstellen, dass in Aachen wieder die ganz große Annäherung vollzogen wird - „von daher passt die Veranstaltung bestens in die Landschaft”. Zumal die Franzosen am 1. Juli die Ratspräsidentschaft in der EU übernehmen.

Ob Sarkozy wie Angela Merkel bereits am Vortag der Preisverleihung nach Aachen kommt, steht noch nicht fest. Das Direktorium will dem Präsidenten aber einen Brief schreiben, in dem genau dies angeregt wird.

Es ist davon auszugehen, dass am 1. Mai 2008 keine Maus mehr in den Krönungssaal passen wird. Wurden Direktorium, Karlspreisstiftung und Stadt Aachen gleich nach Bekanntwerden der Merkel-Wahl bereits mit vielen Kartenwünschen eingedeckt, so wird die Nachfrage jetzt womöglich noch zunehmen: Frankreich ist nicht weit, und das Gespann Merkel-Sarkozy gilt sowieso als europäisches Dreamteam.

Fürs Rahmenprogramm bedeutet die Bestellung Sarkozys zum Laudator, dass auf musikalischem Sektor neben deutschem Ostrock nun auch französisches Liedgut eingebaut werden könnte. Sarkozy mag es da nicht elitär, sondern eher bodenständig. Einer seiner besten Freunde ist die alte Rockröhre Johnny Hallyday. Wär doch was...