Kreis Heinsberg: Der Heimatkalender 2010 liegt druckfrisch in den Regalen

Kreis Heinsberg: Der Heimatkalender 2010 liegt druckfrisch in den Regalen

„Eine ständige Auseinandersetzung mit der Geschichte und Zeitgeschichte muss einen festen Platz in unserem gesellschaftlichen Leben haben. Eine wichtige Rolle kommt dabei seit vielen Jahrzehnten dem Heimatkalender des Kreises Heinsberg zu”, schreibt Landrat Stephan Pusch im Vorwort vom Heimatkalender des Kreises Heinsberg 2010, der in diesen Tagen druckfrisch zur Auslieferung kommt.

Das Redaktionsteam um Leo Gillessen, Anja Mülders, Professor Matthias Seckler und Michael Straube hat Beiträge von insgesamt 23 Autoren verwertet, um auf 240 Seiten Lesenswertes und Interessantes über den Kreis Heinsberg zusammenzutragen.

Unter den Beiträgen ist der Artikel von Ruben Stieding aus Effeld besonders hervorzuheben. „Es handelt sich um eine Schülerarbeit zum Thema Landwehren im Kreis Heinsberg”, verrät Redaktionsmitglied Anja Mülders. Die Arbeit wurde für so interessant befunden, dass sie nach dem letzten redaktionellen Schliff Eingang in den Heimatkalender gefunden hat. Das Redaktionsteam war sich einig: „Wir haben diesen Beitrag bewusst an den Anfang gestellt, um noch mehr junge Leute und junge, interessierte Autoren für den Heimatkalender zu gewinnen.”

Um in der Landschaft verbliebene Überbleibsel aus einer anderen Epoche geht es auch in Markus Morgenwegs Beitrag „Die letzten Bunker-Ruinen im Adolfosee bei Ratheim”. Hans J. Limburg fragt in einem weiteren Beitrag: „Wird Philipp von Heinsberg im katholischen Stundengebet gescholten?” Auch der inzwischen gestorbene und mit einem Nachruf von Leo Gillessen versehene langjährige Heimatkalender-Autor Severin Corsten hat noch einen Text für den Heimatkalender 2010 beisteuern können.

„Erzbischof auf der Flucht”

Wie im Mittelalter mit dem Hochwasser umgegangen wurde, schildert Leo Gillessen. Augustinus Janssen befasst sich mit dem Dekanat Erkelenz im alten Bistum Roermond. Peter Geuskens vermittelt einen Einblick in das Dalheimer Klosterleben des 18. Jahrhunderts. „Kölner Erzbischof auf der Flucht” - was sich anhört wie eine Schlagzeile einer Boulevardzeitung ist die Überschrift über Frank Körfers Beitrag. Er schildert eine Begebenheit aus der Zeit des preußischen Kulturkampfes zu Ende des 19. Jahrhunderts.

Denkmäler und Museales stehen im Mittelpunkt der Beiträge von Lutz H. Meyer („Kreisbereisung”), Marco Kieser (Baudenkmäler in der Stadt Heinsberg) und Frank Dickmann („Mit einem Klick ins Museum”).

In der Abteilung „Zeitgeschichte” befasst sich Weltkriegsexperte Wilhelm Frenken mit dem Schicksal der Niederländer im deutschen Grenzgebiet unter dem Titel „Wer in Effeld ist, der stirbt”.

Weitere Themen sind unter anderem der frühere Royal-Air-Force-Flugplatz in Wegberg-Wildenrath, Breberen gestern und heute sowie die große Zeit der Krautpressereien in Birgden.

Aber auch die Natur kommt im Heimatkalender thematisch zu ihrem Recht: von Neunaugen in den Fließgewässern über Minen und Gallen am Wegesrand bis zu Nacktschnecken.