Kreis Düren: Der BUND fordert ein kreisweites Klimaschutzkonzept

Kreis Düren: Der BUND fordert ein kreisweites Klimaschutzkonzept

In einer Resolution an den Kreistag fordert die BUND-Kreisgruppe Düren einen „Masterplan zur nachhaltigen naturverträglichen Energieerzeugung im Kreis Düren” mit dem Ziel, Solar-, Wind-, Wasser-, Biogas-, Hackschnitzel-, KWK- und Geothermie-Anlagen zu errichten.

„Wir begrüßen ausdrücklich die Resolution des Kreistages für einen schnellen Atomausstieg”, erklärt der BUND-Kreisvorsitzende Walter Jordans. „Wer aussteigt, muss allerdings auch die erneuerbaren Energien zügig ausbauen.

Zudem müssen wir wegkommen von den gefährlichen Kohlendioxid-Emittenten, die das Klima ruinieren und Lebensräume zerstören. Wir müssen die Chance nutzen, durch den Aufbau eigener Stromerzeugungskapazitäten mit erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung die Wertschöpfung im Kreis Düren zu halten und die wegfallenden Arbeitsplätze der Braunkohle zum Teil zu kompensieren.

Wir brauchen deshalb einen schnellen Umbau unserer Energieerzeugung auf erneuerbare Energien, Energiesparen und Energieeffizienz.” Im Kreis Düren, hat der BUND festgestellt, habe sich in den vergangenen 40 Jahren ein bis heute anhaltender Rückgang der Arten vollzogen, insbesondere in den Agrarökosystemen. Der BUND fordert daher beim Ausbau der Erneuerbaren Energien einen sensiblen Umgang mit der Natur.

Biogas ohne Maismonokulturen

„Dazu gehört der Ausbau von Biogasanlagen unter Vermeidung von Maismonokulturen.” Dort, wo Mais angebaut wird, sollten Blühstreifen, Lerchenfenster, Mischkulturen, Untersaaten oder Zwischenfrüchte Bestandteil der Anbau- und Lieferverträge sein. Die „Fütterung” der Anlagen mit Wildkräutermischungen sollte auch im Kreis Düren erprobt werden. Zudem seien die Standorte so zu wählen, dass das Gas auch zur Wärmeversorgung genutzt werden kann.

Auch der Ausbau von Windkraftanlagen im Kreis ist für den BUND unabdingbarer Bestandteil eines zukunftsfähigen Energiekonzeptes, hat sich aber den Erfordernissen des Naturschutzes zu unterwerfen und bedarf einer frühzeitigen Beteiligung der betroffenen Bürger. Die Reaktivierung alter Wasserkraftwerksstandorte biete dank neuer Techniken Chancen für eine umweltverträgliche Nutzung. Zu einer Wertschöpfung im Einklang mit der Natur gehört für die Umweltschützer auch die nachhaltige energetische Nutzung der Wald- und Holzressourcen.

„Dies alles bedarf der sensiblen Planung und Koordination und kann nur auf Kreisebene geschehen”, betont Jordans. „Dazu wäre die Gründung der Kreiswerke Düren zur regionalen Energieplanung, Energieerzeugung und Energieverteilung ein wichtiger Schritt.” Zunächst aber müssten Potenzialanalysen klären, wo und wie erneuerbare Energien im Kreis Düren naturverträglich genutzt werden können, beispielsweise im Rahmen der „Innovationsregion Rheinisches Revier”.

Mehr von Aachener Nachrichten