Berlin: Der AKV sucht für Scherf ein Bett im Kloster

Berlin : Der AKV sucht für Scherf ein Bett im Kloster

Er wird der erste Aachener Ordensritter, der im Kloster übernachtet. Diesen Wunsch jedenfalls hat er dem AKV so nahe gebracht, dass der Elferrat bereits auf Quartiersuche ist.

„Das könnte auch ein besserer Zugang zu der Stadt und ihren Menschen sein”, sagt Henning Scherf. „Ich möchte nicht ein Durchreisender, ein Fremder bleiben - und hoffe, dass das verstanden wird.”

Das passt zu dem 2,04-Meter-Riesen, der am liebsten mit dem Fahrrad in seiner Heimatstadt Bremen unterwegs ist und sich bei der großen AKV-Pressekonferenz in Berlin jedem einzelnen Teilnehmer vorstellt: „Henning Scherf, Landesvertretung Bremen.”

Und während auf dem Bildschirm in der Kulisse ein Video mit Alt-Rittern läuft, gesteht er, dass er sich freut, bald „auf Augenhöhe mit Norbert Blüm” zu sein. Mal abwarten, wie sich sein schmollender Vorgänger entscheidet...

Brückenschlag ins Rheinland

„Küche, Diele, Bad” lautet das Motto der Festsitzung Wider den tierischen Ernst, die am 7. Februar aufgezeichnet und am 8. Februar um 20.15 Uhr in der ARD übertragen wird. Vollständiger Titel: „Küche, Diele, Bad-Aachen: Ist Scherf o.k. für die Ritter-WG?”

Denn dass sich der Bremer Bürgermeister diese eher studentische Wohnform auch in ein Alter hinübergerettet hat, das zum Ruhestand berechtigt, geistert immer wieder gerne durch die Gazetten.

„Mein alter Freund Bernhard Vogel hat mich vorbearbeitet, und das so liebevoll und herrlich gemacht, dass ich gar nicht Nein sagen konnte”, verrät der 65-jährige das Vorgeplänkel zur Ritterwürde.

Aber durch den Kölner Mitbewohner in seiner aktuellen WG hatte das Nordlicht ohnehin schon Berührung mit dem Karneval, wenn auch in dessen kölscher Form.

In der Rhein-Metropole, ja, da hat er den Höhner-Evergreen „Die Karavane zieht weiter” schon mitgetanzt und sogar auswendig gekonnt.

Dass er nun über die Ritter-Würde den Porsche-Chef Wendelin Wiedeking näher kennenlernt, schon lange und fröhlich mit ihm telefonieren konnte, sieht er als Glücksfall. Ebenso seinen jetzt möglichen Brückenschlag vom Norden ins Rheinland: „Die Menschen dort sind offen und werden mich schon akzeptieren.”

Womit er zweifellos recht hat, denn nicht nur in Bremen ist er als sehr zugänglicher Mensch bekannt. Auf die ketzerische Frage eines hansestädtischen Journalisten, wie er als Norddeutscher denn einen Orden annehmen könne, antwortet er souverän: „Das ist ja kein staatstragender Orden, sondern eine Einladung zum Mitmachen, eine Einladung zu einer wunderschönen großen Veranstaltung. Damit bekomme ich keine Auszeichnung für irgendwelche Schlachten, sondern Zugang zur Aachener Gesellschaft - und das ist wunderschön.”

Üben konnte Henning Scherf für seinen Auftritt in Aachen übrigens sogar in der eigenen Stadt: „Es gibt bei uns auch den Versuch, Karneval zu feiern, allerdings nach lateinamerikanischem Vorbild. Dieses Jahr sind 6000 Samba-Trommler und -Tänzer durch die Stadt gezogen und haben es wirklich geschafft, Stadtviertel zu verbinden, die sonst nicht so viel miteinander zu tun haben.”

Da wird ihm der Aachener Prinz Karneval Michel der I. sicher besonders gefallen, der leidenschaftlich trommelt und mit Samba-Rhythmen den Öcher Fastelovend erobern will.

Die offizielle Präsentation