Kreis Heinsberg: „Das rechte Spektrum” naht erneut in Randerath

Kreis Heinsberg: „Das rechte Spektrum” naht erneut in Randerath

Im Heinsberger Stadtteil Randerath, wo seit Monatsbeginn der aus der Haft entlassene und als gefährlich eingestufte Sexualstraftäter Karl D. lebt und unter ständiger Polizeibeobachtung steht, kündigt sich die nächste Aktion von Rechtsextremen an.

Wie Landrat Stephan Pusch am Dienstagabend in der Sitzung des Kreisausschusses berichtete, liege für kommenden Samstag eine Demonstrationsanmeldung „aus dem rechten Spektrum” vor.

Der Landrat erinnerte daran, dass er bei der Bürgerversammlung am vergangenen Mittwoch die Bevölkerung zur Besonnenheit aufgerufen habe. Die allabendlichen Demonstrationen unweit des Hauses, in dem Karl D. bei seinem Bruder lebt, hätten in den vergangenen Tagen auch durchaus „in einem angemessenen Rahmen” stattgefunden, so Pusch.

Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage erklärte, seien sowohl am Montag wie auch am Dienstag etwa 40 Menschen zu den angemeldeten Protestaktionen erschienen. Alles sei wieder friedlich verlaufen. Diese allabendlichen Demonstrationen sind aktuell bereits bis Sonntag angemeldet.

Für Dienstagabend hatte der Evangelische Kirchenkreis zu einer ökumenischen Andacht in der Katholischen Pfarrkirche Randerath eingeladen.

Der angekündigte Demonstrationszug aus dem rechten Lager soll am Samstag um 14 Uhr stattfinden. Nach offiziell nicht bestätigten Informationen wird mit rund 100 Teilnehmern gerechnet.

Die NPD hatte am 7.März, an einem Samstag, eine angemeldete Mahnwache in Randerath abgehalten und „Todesstrafe für Kinderschänder” gefordert. Unmittelbar danach war es zu einem Polizeieinsatz gekommen, als sich ein unangemeldeter Demonstrationszug in Richtung des Wohnhauses in Marsch setzen wollte. 63 Personen waren vorläufig festgesetzt worden. Eine Person wurde in Gewahrsam genommen, da sie einem Platzverweis nicht nachgekommen war. A

uch am Mittwochabend, während in der Randerather Turnhalle die Bürgerversammlung stattfand, hatte die Polizei im Ort gegen sechs Personen „aus dem rechten Spektrum” Platzverweise aussprechen müssen; zwei landeten im Gewahrsam.

Wie Landrat Stephan Pusch im Kreisausschuss erklärte, sei intensiv geprüft worden, ob die Demonstration am Samstag verboten werden könne. Aber nach Rücksprachen sowohl mit dem Polizeipräsidium Aachen als auch mit anderen Fachstellen sei keine Möglichkeit erkannt worden, ein Verbot auszusprechen. Pusch kündigte aber „sehr strenge Auflagen” an, um die Demonstration in geordneten Bahnen zu halten. Insbesondere werde der Bereich vor dem Haus, in dem sich Karl D. aufhält, geschützt; dort würden keine Demonstrationen zugelassen.

Der Landrat wiederholte seine Forderung nach einem NPD-Verbot, unterstrich vor allem aber die Bedeutung der vom Kreistag beschlossenen Bildungsoffensive gegen Rechts.

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