Nuthbersch: Da wackeln die Zeltstangen

Nuthbersch : Da wackeln die Zeltstangen

„Berg Alaaf” - der karnevalistische Schlachtruf schallte am Samstagabend durch sämtliche Gassen Nothbergs, die jedoch wie leer gefegt schienen, schließlich tobte im Festzelt der Nothberger Burgwache der sprichwörtliche Bär. Einmal mehr zeigten dort die Jecken auf „Berger Art”, wie Karneval gefeiert wird: ausgelassen, ausnahmslos fröhlich und außergewöhnlich stimmungsvoll.

Den Stolz und die Freude, durch diese Sitzung zu führen, war Präsident Frank Fischer deutlich anzusehen, schließlich hielt es ihn nicht mehr auf seinem Platz im Elferrat und er stürmte kurzerhand selbst die Bühne beim umjubelten Auftritt der „Village Männertanzgarden-People”. Doch bis es so weit war, konnte sich das Publikum im restlos ausverkauften Festzelt am Vereinsheim auf die Deutsche Vizemeisterin der Nachwuchs-Tanzmariechen, Lena Ganser, freuen, die mit ihren Beinen nur so durch die Luft wirbelte und einen Salto nach dem anderen zeigte.

Jugendtanzmarie Jill Ganser und auch Jasmin Carduck, die ihren ersten Auftritt als große Marie der Gesellschaft bravourös meisterte. Resultat der hervorragenden Jugendarbeit der Nothberger Burgwache mit ihren Trainern Martina und Meike Lok sowie Marion Merken, Frank Detela, Norbert Willms, Alexandra Schmidt und Lothar Stoll.

Die Nothberger Jugendtrompeter konnten nicht auftreten, wurden aber kurzfristig vom Jugendtrompeter-Korps der benachbarten KG Eefelkank aus Hastenrath unter der Leitung von Marco Jansen vertreten. Horst Klinkenberg alias „Ne Jung ussem Levve” hatte sich auf die Reise aus Köln-Chorweiler mit Umweg zum „Sauerlandstern” nach Nothberg gemacht, um die Jecken mit bissigen Pointen und ganz ohne Respekt vor Politik und Prominenz köstlich zu amüsieren. Mit „Stippeföttche” und charmanter Mädchentanzgarde führte Kommandant Jürgen Wendland anschließend den Stolz der Gesellschaft auf die Bühne, zu der es eine Zugabe gab, die wie „im Fluge” verging und für viel Stimmung im Zelt sorgte.

„Schlabber und Latz” aus Alsdorf, seit mittlerweile 23 Jahren Stammgäste in Nothberg, eröffneten die „Wellness-Oase” an der Nothberger Burg. Gezielte Pointen kombiniert mit herrlich komischer Mimik zeichneten das Duo auch bei diesem Auftritt wieder aus, der in ein Loblied auf ihr Publikum gipfelte. Mit richtiger Musik machten dann auch die „Stroßeräuber” aus Mönchengladbach so richtig Dampf im Zelt und hatten beim begeisterten Publikum keine Chance, ohne Zugabe von der Bühne zu kommen.

Für tänzerische Höhepunkte sorgte neben der Jugend- und der sehr akrobatischen großen Showtanzgruppe auch die Männertanzgarde, welche mit ihrem umjubelten Auftritt Michael Jackson und Village People alle Ehre machten.

Den nicht einfachen Job, zu vorgerückter Stunde noch in die Bütt zu steigen, übernahm „Scharwachmüsje” Rene Külzer in souveräner Manier und plauderte einmal mehr aus dem Eschweiler Nähkästchen, Tipps für die nötige Ruhe im Ehebett nach ausgiebiger Kneipentour und den Umgang mit potenziellen Schwiegervätern, besonders wenn sie Apotheker sind, inklusive. Zum großen Finale starteten die Nothberger Fanfarentrompeter noch einmal ein großes Feuerwerk im Festzelt und boten einem sehr kurzweiligen fünfstündigen Sitzungsmarathon den krönenden Abschluss.