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Gesundheits-Experte: Lauterbach dämpft Hoffnung auf Impfstoff und warnt vor zweiter Welle

Gesundheits-Experte : Lauterbach dämpft Hoffnung auf Impfstoff und warnt vor zweiter Welle

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dämpft Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Zwar gebe es vier Projekte, deren Entwicklung relativ weit fortgeschritten sei, sagte Lauterbach in einem am späten Mittwochabend ausgestrahlten Deutschlandfunk-Interview.

Doch stehe nun die dritte Entwicklungsphase an, in der getestet werde, ob sich die geimpften Probanden infiziert hätten. Und gerade in dieser Phase scheiterten die meisten Wirkstoffe. Es sei durchaus möglich, dass - wie bei den anderen Coronaviren - gar kein Impfstoff gefunden werde. Dazu zählen etwa die Erreger von Sars und Mers. Es gebe zwar eine Immunreaktion, aber: „Ob ich damit Infektionen verhindern kann, das weiß kein Mensch.“

Lauterbach forderte zudem Vorkehrungen gegen eine mögliche zweite Infektionswelle im Herbst. Es habe noch nie eine weltweite Pandemie gegeben, die ohne zweite Welle ausgekommen wäre. „Eine zweite Welle ist die Regel und nicht die Ausnahme.“ Das Gegenteil wäre die Überraschung. Dies sehe man auch in Ländern wie Japan oder Singapur, wo die Ansteckungen zunähmen, obwohl die Behörden dort bislang gute Arbeit geleistet hätten.

„Dringend notwendig“ seien Coronatests von Urlaubsheimkehrern aus dem Ausland. „Wir sind sonst im Blindflug unterwegs“ und die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Welle steige deutlich. Man solle nicht trennen zwischen Risiko- und Nichtrisikoländern. Es sei gut, wenn jeder getestet werde, auch Urlauber aus dem europäischen Ausland, sagte er insbesondere mit Blick auf Bilder aus Spanien, Österreich oder den Niederlanden, „die allesamt bestürzend gewesen sind“. Er empfehle sowohl Rückkehrern im Flugzeug als auch im Auto, sich testen zu lassen. „Ich würde an Flughäfen einfach der Logistik wegen eine Soforttestung anbieten.“

(dpa)