Wegberg: Cognac statt Kamillentee

Wegberg: Cognac statt Kamillentee

„Mit Schlafsack und Kamillentee” will die Schwalmbühne in diesem Jahr bei ihrem treuen Publikum punkten. Premiere des gleichnamigen Stückes aus der Feder von Regina Rösch ist am Samstag, 26. November im Forum.

Bis dahin hat die Truppe um Regisseurin Gabi Braun noch alle Hände voll zu tun, denn weder auf noch hinter der Bühne wird etwas dem Zufall überlassen.

Daher laufen die Proben im Begegnungszentrum auf Hochtouren, das aufwändige und detailgenaue Bühnenbild steht, die einzelnen Szenen sitzen auf den Punkt und können auch in umgekehrter Reihenfolge geprobt werden.

Eigentlich Routine, möchte man meinen. Aber Routine kommt nie auf, weiß die Regisseurin. „Man ist immer aufgeregt”, weiß sie. Dies gilt auch für Birgit Röttinger und Alfred Uschmann-Kamps, die in diesem Jahr ihr Bühnendebüt geben. Die Neuen werden bei der Schwalmbühne zuerst als Souffleure eingesetzt, damit sie - ohne Angst bekommen zu müssen - erstmals Bühnenluft schnuppern können.

Den Souffleuren kommt bei der Schwalmbühne eine wichtige Rolle zu, denn es wird nicht streng nach Drehbuch geprobt. Vielmehr kommt irgendwann das Kommando „Bücher weg!”.

Ab dann wird auf die Souffleure gehört. „Weil wir uns nicht sklavisch an den Text im Drehbuch halten, wirkt das Spiel lebendiger und lebensnaher”, betont Braun. Umso wichtiger wird es da, dass am Bühnenrand jemand sitzt, der den Überblick behält und den einmal verlorenen Faden wieder aufnimmt.

Den Überblick kann man bei der Handlung durchaus verlieren. Es geht um Urlaub und die unterschiedlichen weiblichen und männlichen Vorstellungen von demselben. Quasi AIDA kontra Hariksee, ausgetragen im Wohnzimmer.

Auch wenn das Stück bis ins Detail sitzt, ist der Sprung vom Probenkeller im BGZ auf die Bühne im Forum wie ein Neuanfang. „Denn dann sind auf einmal die Wege weiter”, beschreibt Regisseurin Braun die Eindrücke, wenn die Truppe zum ersten Mal auf der Bühne des Forums steht. Die ist nämlich rund 15 Meter breit, „und die wollen erst einmal bespielt werden”, wie Braun weiß. In diesem Jahr werden sie nicht nur bespielt, sondern auch begrillt. Denn auf der Bühne werden auch Würstchen gegrillt, wenn die unfreiwillige Feriengruppe im Wohnzimmer „Camping unter realen Bedingungen” probt.

Mit den Würstchen ist es wie mit allem, was auf der Bühne konsumiert wird: Es ist echt. Wird im Stück ein Cognac getrunken, trinkt der Schauspieler auch keinen Kamillentee. Braun erinnert sich an ihre erste Rolle in dem Stück „Pension Schöller”, bei dem sie zur Premiere als dampfende Suppe heißgemachten Weinbrand serviert bekam. Bei einem anderen Stück spielte Pfefferminzlikör eine tragende Rolle, was dazu führte, dass die Vorräte dieses Getränkes flächendeckend im Wegberger Einzelhandel aufgekauft wurden, bis die Gemeinde kräutermäßig auf dem Trockenen saß. Aber was tut man nicht alles für die Kunst?

Was man alles für die Kunst tut, können die Zuschauer ab Samstag, 26. November, auf der Bühne des Forums erleben. Wer dabei sein möchte, muss sich beeilen, der Kartenvorverkauf läuft gut. „Noch gibt es einige Karten”, betont Braun. Die gibt es bei den Mitgliedern der Schwalmbühne oder bei Karlheinz Bonitz, ? 02434/72 32, und Andrea Kamps, 02436/38 04 22.