Kreis Heinsberg: „Chroma” beim Kunstverein Region Heinsberg

Kreis Heinsberg: „Chroma” beim Kunstverein Region Heinsberg

Ein riesiges Bild, das im Format vier mal zwei Meter die größte Wand für sich alleine beansprucht und doch nur aus ganz wenigen Pinselstrichen besteht: Dies ist eines der insgesamt 16 Werke, die der aus Mönchengladbach stammende Maler Hans-Willi Notthoff in den Räumen des Kunstvereins Region Heinsberg in Unterbruch ausstellt.

„Chroma”, das im Griechischen so viel bedeutet wie Farbe, lautet der Titel der Ausstellung, in der Notthoff fern jeder Abbildung seine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der reinen Farbe über das Medium der Malerei demonstriert.

Im Rahmen der Eröffnung führte er selbst in seine Ausstellung ein, in der er Bilder aus zwei Werkgruppen präsentiert. „Erst habe ich Pinsel zusammengeklebt, dann habe ich mir welche anfertigen lassen”, erklärte er zu seinen Werken aus der Werkgruppe „Cargo”, zu denen auch das große Format mit den ungewöhnlich breiten Pinselstrichen gehört. Seine Bilder lägen beim Malen auf dem Boden und auch er wisse zunächst nicht, wo oben oder unten sei, so Notthoff. Als Farbtopf für seine überbreiten Pinsel dienten ihm übrigens Blumenkästen, verriet er dem Publikum.

Bildbestimmend sind in diesen Werken die Farbe, der Farbauftrag, die dadurch entstehenden Flächen und Farbverhältnisse. Das An- und Absetzen des Pinsels bleibt meist sichtbar, im Zusammenspiel mit der Farbpräsenz, die aus der Farbmenge und dem Druck gegen die Leinwand resultiert.

Die Farbigkeiten sind dabei kontrastierend gesetzt, wechseln zwischen Kalt- und Warmtönen, sind stark oder verhalten. Flächen zeigen sich geschlossen oder transparent. Manchmal blitzt zwischen der gestrichenen Bahn die untere Schicht durch und positioniert sich so auf derselben Ebene.

In der Werkgruppe „Shift”, in der ebenfalls Farbe, Farbraum und malerischer Prozess bestimmend sind für das Bild, fertigt der in Düsseldorf als Dozent für Malerei und Freihandzeichnen tätige Künstler Flächen mit spektralen Farbverläufen, klebt darauf kreuz- oder sternförmig in mehreren Schichten Klebebänder, die er immer wieder übermalt. Schließlich entfernt er alle Klebebänder wieder. So kommen die abgeklebten Flächen als farbig kontrastierende Kreuze oder Sterne wieder zum Vorschein. Sie erzeugen eine Illusion räumlicher Tiefe.

Geöffnet ist die Ausstellung „Chroma” beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch (Horster Hof) sonntags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr. Sie läuft bis zum 18. September.