Heinsberg: Busunglück: Blendete die tief stehende Sonne den Fahrer?

Heinsberg: Busunglück: Blendete die tief stehende Sonne den Fahrer?

Nach dem grauenvollen Busunglück auf der A42 bei Moers, bei dem am Sonntag die Löschgruppe aus dem Heinsberger Stadtteil Aphoven auf dem Rückweg von einem Ausflug verunglückt und die 22-jährige Freundin eines Feuerwehrmannes getötet worden war, befanden sich am Dienstag noch fünf der insgesamt 25 Verletzten in stationärer Behandlung im Krankenhaus.

Die Suche nach der Unfallursache dauert an: Warum kam der Bus von der Fahrbahn ab? Wie der Düsseldorfer Polizeipressesprecher Markus Niesczery auf Anfrage erklärte, habe der Busfahrer in einer erster Einlassung am Unfallort davon gesprochen, die tief stehende Sonne habe ihn geblendet. Ob dies in der Tat ein sogenannter unfallbegünstigender Faktor gewesen sei, sprich eine Rolle bei dem Unfall gespielt habe, sei unter anderem Gegenstand der Ermittlungen.

Ein unabhängiger Sachverständiger habe am Dienstag mit der Untersuchung des Fahrzeugs begonnen, die voraussichtlich zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen werde. Dabei gehe es um die Frage, ob ein technischer Defekt vorgelegen habe oder aber ausgeschlossen werden könne. Von Amts wegen sei gegen den Fahrer ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung und wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet worden.

Stadtbrandinspektor Heinz-Willi Jansen, Leiter der Heinsberger Feuerwehr, besuchte am Dienstag gemeinsam mit dem Leiter der Gruppe Psychosoziale Unterstützung, Dr. Hans-Josef Voßenkaul, wieder Patienten in den verschiedenen Krankenhäusern. Ihnen gehe es „den Umständen entsprechend”, so Jansen. Er berichtete von sehr viel Betroffenheit und sehr viel Hilfsbereitschaft, die nach dem Unfall spürbar seien.

Die Löschgruppe Aphoven bleibt bis auf Weiteres bei der Leitstelle des Kreises abgemeldet. Wie Stadtbrandinspektor Ralf Wählen, der stellvertretende Leiter der Wehr, erklärte, sei der Brandschutz vor Ort aber auf jeden Fall gewährleistet. Im Falle eines Einsatzes würden andere Löschgruppen aus dem Stadtgebiet alarmiert.

Die von Hauptbrandmeister Karl Heinz Krebs geführte Löschgruppe Aphoven zählt 22 aktive Mitglieder. In diesem Jahr hat sie bereits eine Reihe von Alarmierungen verzeichnet: von Bränden bis zu Sturmeinsätzen. Im kommenden Jahr besteht die Löschgruppe seit 100 Jahren. Zum Jubiläum soll sie dann vom 8. bis 10. Juli 2011 das Kreisfeuerwehrverbandsfest ausrichten.