Erkelenz/Breslau: Burgh-Chor in Breslau: Trauerfeier statt Konzert

Erkelenz/Breslau: Burgh-Chor in Breslau: Trauerfeier statt Konzert

Zum zweiten Mal nach 2008 weilte der Cornelius-Burgh-Chor in Breslau, um zusammen mit dem Chor der Evangelischen Kantorei Solingen und dem Orchester der Musikakademie Breslau dem 7. Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule den letzten Schliff zu geben.

Eine mehrstündige gemeinsame Probenarbeit brachte die beiden Chöre und das Orchester musikalisch näher. Prof. Dr. Norbert Brendt vom Cornelius-Burgh-Chor und der Dirigent Alan Urbanek von der Musikakademie Breslau zeigten sich zufrieden mit den Leistungen. Enttäuscht waren die Sänger natürlich darüber, dass das geplante gemeinsame Konzert in Breslau wegen der angeordneten Staatstrauer nicht stattfinden konnte.

Beeindruckt waren die Chormitglieder und auch der mitgereiste Vorsitzende des Heimatvereins, Günther Merkens, von der großen Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes von Smolensk auf dem Markt in Breslau. Tausende Kerzen brannten, Blumen wurden immer wieder niedergelegt und viele, viele Menschen verharrten schweigend vor dem Bild des verunglückten Staatspräsidenten. Der Breslauer Erzbischof zelebrierte ein großes Requiem, und die Musik aus Mozarts gleichnamigem Werk untermalte musikalisch die würdige Trauerfeier.

Die durch den Konzertausfall gewonnene freie Zeit nutzten die Erkelenzer für eine Fahrt ins frühere Niederschlesien. In der Nähe des ehemaligen Waldenburg besuchten sie zunächst die mächtige Burg Fürstenstein, die drittgrößte Burganlage in Polen. Im ehemaligen Bad Salzbrunn kamen nostalgische Erinnerungen an die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts auf; und im ehemaligen Schweidnitz wurde die Friedenskirche besucht. Diese aus dem 17. Jahrhundert stammende Fachwerkkirche, heute Weltkulturerbe, fand bei allen große Bewunderung. Außen ungewöhnlich in der Architektur und innen für eine protestantische Kirche sehr barockvoll ausgestattet, zog sie die Besucher in ihren Bann.

Nach zwei in jeder Hinsicht erfüllten Tage machten sich die Erkelenzer auf die Heimreise und waren froh, dass sie eine Busreise gewählt hatten, denn sonst wären die Tage in Breslau unfreiwillig wohl länger geworden.