Kreis Heinsberg: Bundestagskandidatur der CDU: Bewerber stellen sich in Waldfeucht vor

Kreis Heinsberg: Bundestagskandidatur der CDU: Bewerber stellen sich in Waldfeucht vor

Nach wie vor gilt der Kreis Heinsberg als eine Hochburg der CDU. Auch wenn die überwältigenden Ergebnisse der Nachkriegsjahrzehnte (mit dem Rekord von 72,6 Prozent der Stimmen für den 1957 im damaligen Bundestagswahlkreis Geilenkirchen - Erkelenz - Jülich angetretenen ehemaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Karl Arnold) längst der Vergangenheit angehören.

Aber auch nach der kommunalen Neugliederung 1972 waren die CDU-Kandidaten im Kreis Heinsberg stets klare Sieger im Kampf um das Direktmandat: Dies galt für Adolf Freiherr Spies von Büllesheim, der in den 70er- und 80er-Jahren Resultate um die 60 Prozent verbuchen konnte, ebenso wie für Dr. Karl H. Fell und auch für Leo Dautzenberg. der in den Jahren 1998, 2002, 2005 und 2009 immerhin noch jeweils etwa 50 Prozent der Erststimmen erreichte - ehe er 2011 bekanntlich zum Evonik-Konzern wechselte und sein Bundestagsmandat niederlegte.

Seitdem gibt es in Berlin keinen Abgeordneten aus dem Kreis Heinsberg mehr, da der Nachrücker, Cajus Julius Caesar, aus dem Raum Lippe stammt. Der Dürener CDU-Abgeordnete Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, betreut seitdem den Heinsberger Wahlkreis, soweit es sein Terminkalender zulässt.

Mit besonderem Interesse wird aktuell das parteiinterne Nominierungsverfahren um die CDU-Kandidatur bei der nächsten Bundestagswahl verfolgt, die voraussichtlich im September 2013 ansteht. Sollte es dann keinen Mega-Erdrutsch zu Lasten der Union ­geben, dürfte ihr Kandidat oder ihre Kandidatin aus dem Kreis Heinsberg dem 18. Deutschen Bundestag angehören.

Wie ausführlich berichtet, sind insgesamt vier Bewerbungen eingereicht worden: zunächst von Norbert Reyans aus dem Selfkant und von Thomas Schnelle aus ­Hückelhoven, dann von Rita ­Zurmahr-Tabellion, ebenfalls aus Hückelhoven, und schließlich auch von Wilfried Oellers aus Heinsberg.

Auf einer „Tournee” durch alle zehn Städte- und Gemeindeverbände stellen sich die vier Bewerber nun den Mitgliedern der Union vor. Schauplatz des Auftakts war am Montagabend die Braustube in Waldfeucht-Haaren. Nur wenige Meter von diesem Restaurant entfernt, in der Selfkanthalle in Haaren, wird am 26. Oktober die Entscheidung fallen, wer für die CDU 2013 antreten wird. Dann findet dort die Nominierungsversammlung statt.

„Mit großer Spannung”, so Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen als Versammlungsleiter, war die Vorstellung in Waldfeucht erwartet worden. Josef Schmitz, der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, erläuterte kurz die Regeln, die jedem Bewerber acht bis zehn Minuten als Redezeit einräumten, ehe eine Fragerunde folgte. Beim Aufstellen der Rednerliste wurde nicht nach der Devise „Ladys first” vorgegangen, sondern vielmehr in alphabetischer Reihenfolge. Sollte Nervosität vorhanden gewesen sein, so war diese jedenfalls keinem der vier bei den Redeauftritten anzumerken. Und Fairness wurde großgeschrieben: Attacken auf Mitbewerber blieben aus. Es wurde sehr sachlich argumentiert und debattiert. Alle vier wurden von den Parteimitgliedern mit freundlichem Applaus bedacht. Josef Schmitz dankte den Bewerbern herzlich dafür, dass sie an diesem Abend Rede und Antwort gestanden hätten.

„Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrer Rundreise”, sagte Schmitz, der später von einem sehr interessanten Abend sprach und den Bewerbern bescheinigte: „Das war ein guter Einstieg für alle vier.”­ ­Einen persönlichen Favoriten wollte Schmitz auf Nachfrage denn auch nicht nennen. Die sechs Delegierten aus Waldfeucht würden sich noch einmal zusammensetzen, um sich über das Gehörte auszutauschen, sagte er und zeigte sich davon überzeugt, dass es am 26. Oktober bei der Kreisvertreterversammlung spannend werden dürfte. Er gl aube nicht, dass dann einer der Bewerber bereits im ersten Wahlgang erfolgreich sein werde.

Die Entscheidung wird letztlich also in der Hand der 120 Delegierten aus den zehn Stadt- und Gemeindeverbänden liegen. Diesen in der Satzung des CDU-Kreisverbandes vorgesehenen Weg kritisierte Rita Zurmahr-Tabellion. Sie trat mit Nachdruck dafür ein, dass zumindest in Zukunft die Parteibasis unmittelbar über solche Nominierungen entscheiden sollte: „Die Mitglieder sollten die Kandidaten wählen dürfen.”

Nach dem Auftakt in Waldfeucht stehen für die vier Bewerber neun weitere Vorstellungsrunden in den Stadt- und Gemeindeverbänden auf dem Terminkalender.

19. September: Gangelt (20 Uhr, Haus Hamacher)
21. September: Übach-Palenberg (19 Uhr, Restaurant Et Mölke)
24. September: Hückelhoven (19.30 Uhr, Hotel Am Park)
25. September: Geilenkirchen (19 Uhr, Saal Pongs, Immendorf)
26. September: Wegberg (19.30 Uhr, Kreiswasserwerk, Uevekoven)
27. September: Selfkant (19.30 Uhr, Schützenheim, Havert)
1. Oktober: Erkelenz (19.30 Uhr, Oerather Mühle)
4. Oktober: Heinsberg (19.30 Uhr, Stadthalle / Begegnungsstätte)
11. Oktober: Wassenberg (19.30 Uhr, Gaststätte Thönnissen, Orsbeck)

Das „Finale” ist die CDU-Kreisvertreterversammlung, bei der die insgesamt 120 Delegierten aus den Stadt- und Gemeindeverbänden die Nominierung des Bundestagskandidaten vornehmen werden. Sie findet am Freitag, 26. Oktober, um 18 Uhr in der Selfkanthalle in Waldfeucht-Haaren statt. Anschließend beginnt um 20 Uhr in der Selfkanthalle dann ein Kreisparteitag der Union.


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